Feensmännel – Heinchen –

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Textdaten
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Autor: Heinrich Gottlob Gräve
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Titel: Feensmännel – Heinchen –
Untertitel:
aus: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz, S. 105–106
Herausgeber:
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: F. A. Reichel
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Erscheinungsort: Bautzen
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Quelle: MDZ München, Commons
Kurzbeschreibung:
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[105]
XXXVII. Feensmännel – Heinchen –

Feen – mit diesem Namen bezeichnet man wohlthätige, weibliche Geschöpfe von geistiger Natur; ihre Männer heißen Feensmännchen, welche ebenfalls wohlthätiger Natur waren. Sie bewohnten den Feensmännelberg (nicht Venusberg) einen zwar nicht hohen, aber von zwei Seiten sehr steilen Berg bei Ostritz am östlichen Ufer der Neisse. Sie besuchten fleißig die Menschen, waren den Betriebsamen und Aemsigen unter ihnen hold, standen ihnen treulich in ihren häuslichen Arbeiten bei, vorzüglich halfen sie ihnen spinnen und nähen, wo sich dann unter ihren Händen die Arbeit, Ertrag und Gewinn mehrte und wohl gerieth. Bei Einführung der Glocken zogen sie fort und versprachen Rückkehr bei bessern Zeiten. Aber sie sind [106] nicht weggezogen, sondern hausen unter jenem Berge, wo sie die Glockentöne nicht hören, weshalb sie auch nicht mehr die Oberwelt besuchen. Dieses beweist das hohle Tönen des Berges an gewissen Stellen, noch mehr aber, daß sich der Berg in der Christnacht öffnet, wo derjenige, welchem das Glück wohl will, bei der Hand zu seyn, die Männchen bei ihren Goldhaufen sitzen, darinnen wühlen sehen und den Zuruf:

Greif Ein Griff und streich Ein Strich
und packe dich!

vernehmen kann. Auch in der Gegend von Niemitsch bei Guben wohnten dergleichen Feensmännchen, wo man sie Heinchen nennt und sie als kleine, fromme, friedliebende Leute schildert, welche aber, nachdem dort die Schaafzucht eingeführt wurde, durch das Tönen der Schaafglocke, welches ihren Ohren zuwider war, vertrieben wurden, sich unter die Erde flüchteten und, wenn sich ihnen Landleute durch unwillkürliche Beschädigungen ihrer Wohnungen nahen, sie um Verschonung bitten und mit Kuchen und Früchten beschenken.[1]


  1. Neues Lausitzer Magazin 2ter Bd. 1823. No. IV. S. 56. und Chronik der Stadt u. des Amts Senftenberg etc. von G. Liebusch, Oberpfarrer. 1827. S. 26.