Friedrich Rothbart auf dem Kyfhäuser

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Textdaten
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Autor: Brüder Grimm
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Titel: Friedrich Rothbart auf dem Kyfhäuser
Untertitel:
aus: Deutsche Sagen, Band 1, S. 29–30
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1816
Verlag: Nicolai
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Google, Commons
Kurzbeschreibung:
Siehe auch Friedrich I. Barbarossa
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23.
Friedrich Rothbart auf dem Kyfhäuser.
Agricola Sprüchwort 710.
Melissantes Orogr. v. Kyffhausen.
Tenzel monatl. Unterr. 1689. S. 719. 720.
Prätorius Alectryomantia p. 69.
Dessen Weltbeschr. I. 306. 307.

Von diesem Kaiser gehen viele Sagen im Schwange. Er soll noch nicht todt seyn, sondern bis zum jüngsten Tage leben, auch kein rechter Kaiser nach ihm mehr aufgekommen. Bis dahin sitzt er verholen in dem Berg Kyfhausen und wann er hervorkommt, wird er seinen Schild hängen an einen dürren Baum, davon wird der Baum grünen und eine beßre Zeit werden. Zuweilen redet er mit den Leuten, die in den Berg kommen, zuweilen läßt er sich auswärts sehen. Gewöhnlich sitzt er auf der Bank an dem runden steinernen Tisch, hält den Kopf in die Hand und schläft, mit dem Haupt nickt er stetig und zwinkert mit den Augen. Der Bart ist ihm groß gewachsen, nach einigen durch den steinernen Tisch, nach andern um den Tisch herum, dergestalt daß er dreimal um die Rundung reichen muß, bis zu seinem Aufwachen, jetzt aber geht er erst zweimal darum.

Ein Bauer, der 1669 aus dem Dorf Reblingen Korn nach Nordhausen fahren wollte, wurde von einem kleinen Männchen in den Berg geführt, mußte sein Korn ausschütten und sich dafür die Säcke mit Gold [30] füllen. Dieser sah nun den Kaiser sitzen, aber ganz unbeweglich.

Auch einen Schäfer führte ein Zwerg hinein, da stand der Kaiser auf und fragte: fliegen die Raben noch um den Berg? Und auf die Bejahung des Schäfers rief er: nun muß ich noch hundert Jahre länger schlafen.