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Fuhrmannslied

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Textdaten
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Autor:
Illustrator: Joseph Resch
Titel: Fuhrmannslied
Untertitel:
aus: Fliegende Blätter, Band 1, Nr. 9, S. 69.
Herausgeber: Kaspar Braun, Friedrich Schneider
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1845
Verlag: Braun & Schneider
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Erscheinungsort: München
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: MDZ München, Commons
Kurzbeschreibung:
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[69]
Fuhrmannslied.


Bin i net a lustiger Fuhrmannsbue!
Bin i net a lustiger Bue!
Fahr Stadt’l aus, Stadt’l ein,
Schaun mir die Leut alle zue.

5
Fahr i am Morgen zum Stadtthor ’naus,

Lang eh’ die Sonne aufgeht,
Bin i über Berg und Thal,
Lang eh’ mein Madel aufsteht.

Fahr in der Früh auf der Straß’n hin

10
Zwischen die Tannen im Wald –

Ah, was is des für a Freud’,
Was da des Schnalzen schön hallt.



Was da die Vögerln schön singen thun,
Was da die Blümeln schön blühn,

15
Was da die Hirsch’ und Reh’

Ueber die Strassen hinziehn.

Und wenn am Mittag die Sonn anhitzt,
Schmeckt mir a Trunk, frisch und kalt;
Bin überall daheim,

20
Wo i die Rösseln anhalt.


Fahr i im Zwielicht am Wirthshaus an,
Spann i d’Gäul aus und kehr’ ein;
Iß mein Sach’, leg’ mi in’s Bett,
Denk an mein Schatz und schlaf ein.



25
Triff i im Wirthshaus Kameraden an,

Setz’n wir uns z’samm, zwei und drei,
Discutir’n von allerhand –
S’is gar kein G’sellschaft so frei.

Hör’ i den Hahnschrei wohl in der Früh,

30
Reib' i mir d’Aug’n und steh’ auf.

„Wirthshausleut! seid’s bei der Hand!
Der Tag bricht an, die Sonne kommt rauf.“

„Hausknecht, spann meine sechs Rapperln ein!
Kellnerin, trag’ außi mein Hut!

35
Jetzt müß’n wir wieder weiter fah’rn,

S’Dableib’n thut einmal kein gut.“



„B’hüt di Gott, Kellnerin, aufs nächste Mal,“
„B’hüt di Gott, du herzlieber Bue!
Bleib fein net gar z’lang aus,

40
Kehr fein bald wiederum zu.“


Fuhrmannsbue bin i schon fünfthalb Jahr,
Fuhrmannsbue bleib i no lang;
Kann wohl seyn, daß i stirb’,
Eh i was Andres anfang.