Gänselieschen

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Textdaten
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Autor: F. Vochazer
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Titel: Gänselieschen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 33, S. 561
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1894
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Originalzeichnung von M. Nonnenbruch.

Gänselieschen.

Hochsommerzeit war’s, wo durch Blättergewirr
Goldfunkelnde Lichter glimmen,
Wo die heißen Lüfte voll Lerchengeschwirr
Und voll Grillengezirpe schwimmen;

Wo zur sonnendurchfluteten Mittagszeit
Verhallende Glocken wehen –
Da sah ich in grüner Waldeinsamkeit
Das Glück, das leibhaftige, gehen.

Die kurzen Locken vom Winde zerzaust,
Gerötet die frischen Wangen,
Eine schwanke Gerte hielt die Faust,
Und die roten Lippen sangen;

Die Füße nackt und gebräunt die Brust,
Das Röckchen entfärbt und verwaschen,
Doch das Kindergesicht in sorgloser Lust,
Als trüg’ es voll Gold die Taschen.

Die blitzenden Augen so sonnig groß,
Voll jugendfrischer Gedanken,
In den flatternden Haaren leicht und los
Eine Handvoll blühender Ranken.

Und das Lachen wie Vogelton so lind
Und so sprudelnd wie Quellengeriesel –
Und es ist doch im Dorf nur das ärmste Kind,
Die lustige Gänseliesel.
Und so sprudelnd wie QuelF. Vochazer.