Geschichte von Kloster Heilsbronn/Berghof

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12. Berghof.

Wann, wie und durch wen dieser ganz nahe bei Heilsbronn gelegene Hof an das Kloster kam, ist nicht bekannt. Jedenfalls wurde er, wie die sämmtlichen Anwesen innerhalb des Dorfes Halesprunnen, sehr frühzeitig acquirirt und vom Kloster in eigener Regie bewirthschaftet. Derjenige Mönch, welcher die Bewirthschaftung leitete und Rechnung stellte, hieß Magister in Monte oder Montis. Der Status: 4 Pferde, 2 Ochsen, 32 Kühe etc. läßt auf die damalige Größe des Gutes schließen. Späterhin wurde die Selbstbewirthschaftung aufgegeben und der Hof (bisher ein „Gunsthof“) vom 29. Abt Greulich 1548 verkauft. Der Käufer H. Vogel wurde verpflichtet, das übliche Handlohn, dann [161] jährlich 20 Sra. 4 Mtz. Korn und 24 Pfund an das Kloster zu entrichten und die herkömmlichen Fuhren zu leisten; dagegen sollte er befreit sein von Raiß und sonstigen Diensten, gemeiner Steuer und Zehnt. Der nachfolgende Besitzer Kolb aus Weiterndorf verkaufte 1571 den Hof an K. Körner für 846 fl. Das Handlohn betrug 54 fl. Im 30jährigen Kriege erging es dem Hofe wie den meisten Höfen in Weiterndorf: er brannte zwar nicht ab, verödete aber gleichwohl, da der Besitzer Mayer 1636 starb, seine Relikten vom Hunger weggetrieben wurden, die Felder unbebaut blieben, die Gebäulichkeiten unbewohnt standen und verfielen. Erst 1664 gelang es, das der Herrschaft heimgefallene verödete Anwesen wieder an den Mann zu bringen. Der Käufer war J. C. Agricola, herrschaftlicher Braumeister in Heilsbronn. Er erhielt für 50 fl. Kaufschilling, zahlbar in 10jährigen Raten, „den bisher öd gelegenen und an Gebäuen ganz eingegangenen Berghof mit 93 Mgn. Feld und 12 Tgw. Wiesen“, hatte im ersten Jahr 3 Sra. Korngült zu geben, dann alljährlich ein Sra. mehr, von 1671 an jährlich 10 Sra., 1672 einen alten Goldgulden, oder 26 Batzen, oder 1 Sra. Korn, 1673 das Doppelte, 1674 das Dreifache u. s. w. bis auf 20 Sra. 4 Metz, wie vor dem Kriege. Der auf Pergament geschriebene Kaufbrief wurde von den Markgrafen der beiden Fürstenthümer ausgestellt und besiegelt. Der Käufer stellte im ersten Jahre die Scheune wieder her; im zweiten nahm er den Bau des Wohnhauses in Angriff. Nach ihm besaßen den Hof zwei Bauern, Creuel und Pledel, gemeinschaftlich, welche fortwährend miteinander haderten, bis Pledel nach erlittener gerichtlicher Strafe seine Hofhälfte i. J. 1700 für 509 fl. verkaufte. Die Schrift auf dem Grabstein der Herren vom Berg[1] oder de Monte in der heilsbronner Kirche bei Nr. 52 lautet: Hic de Monte genus sepelitur non alienus. Bei dieser Inschrift bemerken die oben oftzitirten Monumentenkopisten: „Man hält dafür, es sei einer von Bauern auffm Berg, da vor Zeiten ein Schloß soll gewesen sein, wie auch der [162] Geixenhof und andere Höfe mehr. Als nun das Geschlecht alles abgestorben, haben sie die Schlösser eingerissen und das Closter mit gebaut und anstatt der Schlösser Höfe gebaut.“ Handgreiflich eine Fabel. Der Hof erhielt seinen Namen von seiner Lage, nicht von den Herren von Berg, welche ihre Schlösser bei Zirndorf und ihre Grabstätte in Heilsbronn hatten, aber wohl nie ein Schloß auf der Anhöhe, wo der besprochene Berghof steht.


  1. Vgl. Stillfried S. 222.
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