Geschichte von Kloster Heilsbronn/Wernsbach

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[302]
73. Wernsbach,

Kirchdorf, Filial von Neuendettelsau. Das Kloster erwarb dort eine Wiese und Gefälle von drei Höfen. In dem Briefe über den Kauf der Wiese hieß es: „Ich C. Könlein zu Winspach und ich C. Berold zu Mosbach veriehen, daß wir verkauft haben dem Herrn Ulrich (Kötzler), Abt und Convent, die Kettelwiese, gelegen an dem Wernsbach gen Tetelsau hinauf 11/2 Tgw. für 110 fl. rhein. Deß zu Urkund geben wir ihnen diesen Brief mit des Raths zu Winspach Insiegel. 1434.“ Besitzer der Grundgefälle von den drei Höfen waren um jene Zeit das Stift Elwangen, die Herren von Thann, von Seckendorf zu Dettelsau und von Absberg zu Frankenberg. Ihre Besitzungen kamen in folgender Weise an das Kloster: Wolf von Thann[1] und seine Frau Margaretha von Helpurg verkauften 1455 ihre Gefälle von dem Hofe, da Perolt auf gesessen, an den [303] Bürger Schuster in Windsbach. Um eine größere Kaufsumme zu erzielen, bat er den Abt zu Elwangen, von welchem der Hof zu Lehen ging, um Transferirung des Lehens. Der Lehensherr ging darauf ein und urkundete: „Wir Johannes, Abt des Stifts zu Elwangen, der römischen Kirche ohn Mittel unterthänig, bekennen, daß Wolf Tanner uns gebeten hat, der Lehenschaft über den Hof zu Wernsbach zu entsagen, dafür er uns die Steigmühle bei Wieseth als Lehen geben wolle, was wir ihm gestatten, in Rücksicht auf seine treuen uns geleisteten Dienste.“ Wolf Tanner verkaufte von einem zweiten Hofe in Wernsbach Gefälle an Jörg von Seckendorf zu Tettelsawe, welcher aber 1456 die Gefälle an den ehrsamen und weisen Heinrich Schopper, zu Abenberg gesessen, verkaufte. Späterhin erscheint als Besitzer Hans Wolf von Absberg, welcher aber 1502 den Hof und ein drittes Gut zu Wernsbach, nebst andern Gefällen in Windsbach und Niedereschenbach, für 170 fl. an die Kurfürstin Anna verkaufte, welche die sämmtlichen Gefälle an das Kloster Heilsbronn vergabte. Hans Wolf bescheinigte, 170 fl. von der Kurfürstin erhalten zu haben und bezeichnete als Bürgen seine Brüder Hans Jorg und Hans Linhard von Absberg[2] zu Frankenberg, welche angelobten, auf Verlangen in einem Wirthshause in Neustadt oder Onolzbach zu laisten. Es ist oben beim 25. Abt Bamberger und in den Beitr. S. 123–25 berichtet worden, daß der Abt für die Schenkung der Kurfürstin als Gegenreichniß vielerlei zu leisten und zu beobachten hatte. Der Schenkungsbrief schließt mit den Worten: „So haben wir dem Herrn Abt Sebald und Convent die benannten Güter in Wernsbach etc., wie wir die von unserem lieben Herrn Wolf von Abßbergk erkauft haben, übergeben und deß zur Urkund unser Insiegel an diesen Brief thun henken, der gegeben ist zu Neustadt an der Aisch 1502.“ Der Kapelle in Wernsbach geschieht in keiner der besprochenen Urkunden Erwähnung. Von den drei heilsbronnischen Höfen daselbst verödeten zwei im 30jährigen Kriege.



  1. Vgl. Stillfried S. 201.
  2. Johanna von Absberg-Lodola aus Navarra wurde 1538 mit ihrem Kinde in Heilsbronn begraben.
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