Habt Acht!

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Albert Traeger
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Habt Acht!
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 12, S. 187
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1862
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[187]
Habt Acht!

Gesattelt steht das Roß der Zeit
Und scharrt mit ungeduld’gem Hufe,
Die Mähne schwillt, die Nüster speit,
Es reckt das Ohr nach einem Rufe.
Lang stand es still, doch nun begehrt
Es unaufhaltsam weiter, weiter,
Ein Königreich – nicht für ein Pferd,
Die ganze Welt für einen Reiter.

Ihr Herrn und Ritter, die so lang
Sich auf dem Sattel stolz gebrüstet,
Was steht ihr nun und zaudert bang?
Ist keiner, den der Ritt gelüstet?
Nach rückwärts habt ihr oft gehetzt
Das edle Roß mit blut’gen Sporen,
Ging euch zum Ritt nach vorwärts jetzt
Der Muth und das Geschick verloren?!

Noch steht gebückt am Roß der Knecht
Und hält gehorsam euch den Bügel;
Stets wie ein altgeheiligt Recht
Nahmt ihr aus seiner Hand die Zügel;
Und doch hat er das Roß gezäumt,
Er hat’s mit seinem Schweiß gefüttert,
Und wenn sich’s unter euch gebäumt,
Hat ihn der Hufe Schlag erschüttert.

Habt Acht! habt Acht! denn zögert ihr,
Will keiner unter euch sich rühren,
Leicht faßt den Knecht dann die Begier,
Einmal die Zügel selbst zu führen,
Und stößt die nackten Fersen er
Wildkräftig in des Rosses Seiten,
Scheu stürmt es unter ihm einher
Und wird die Ritter überreiten!

Albert Traeger.