Heck’s Vesuvbild

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Titel: Heck’s Vesuvbild
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aus: Die Gartenlaube, Heft 23, S. 378, 382
Herausgeber: Ernst Keil
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1872
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[378]
Die Gartenlaube (1872) b 378.jpg

Der Ausbruch des Vesuv am Nachmittag des 26. April. Nach der Natur aufgenommen von Robert Heck.

[382] Heck’s Vesuvbild, das wir heute seinem Artikel „Das Sicherheitsventil Italiens“ (in Nr. 20) nachfolgen lassen, ist, wie der Künstler dort auf Seite 327 erzählt, auf der Plattform des Präfecturpalastes in Neapel aufgenommen. Stehen dem Holzschnitte auch nur zwei Farben zu Gebote zur Darstellung einer Naturerscheinung, bei welcher die grellsten Farben so mächtig mitwirken, so ist es dennoch unserm Meister auf diesem Felde gelungen, einer gesunden Phantasie für das Ausmalen des Bildes nach Möglichkeit zu Hülfe zu kommen. Wir sehen, wie die Feuercascaden am Berge niederrollen, die furchtbarsten Contraste pechschwarzer Rauch- und weißschimmernder Dampfwolken bis zur dreifachen Höhe des Berges ihr Gewölbe über den Vulcan aufbauen, während dessen Rachen mit einem Spuck kleine kochende Seen über das blühende Land ergießt. – Ein fürstlicher Reisender, der am selben Tage von Rom zum Schauspiele des donnernden Vesuvs geeilt war, schilderte uns als das Ergreifendste das unterirdische Grollen, das Erdezittern und die Verwüstung der Vegetation durch den Wasser- und Aschenregen. Schon bei Caserta habe man im Eisenbahnzuge das Beben des Bodens verspürt, das, mit jedem Hauche der Locomotive wachsend, endlich, wo die Bahn rechts nach Neapel hin abbiegt, so stark geworden sei, daß es den Lauf des Zuges gehemmt habe, weil auf den zitternden Schienen auch die Räder auf- und abzitterten. Das unterirdische Toben sei mit keinem Laute der Oberwelt zu vergleichen, es sei weder das Rollen des Donners zwischen den Wolkenwänden, noch der Geschützdonner des Schlachtfeldes, sondern ein so dumpfes unheimliches Grollen, das gleichsam mit der Gefahr des Durchbruchs der unterirdischen Feuerströme an jeder Stelle drohe. Um das Bild der verbrühten und dann mit Asche bestreuten Vegetation im Kleinen darzustellen, sagte er uns:

„Nehmen Sie eine Rose in voller Blüthe, halten Sie sie eine Zeitlang in kochendes Wasser und stecken sie dann in einen Aschenhaufen; wenn Sie sie wieder herausziehen, haben Sie eine Probe der dort meilenweit verwüsteten Naturpracht.“ – Jetzt ist der Vesuv wieder ruhig; er hat viele Menschen aus seinem Machtbereich vertrieben und ihr Eigenthum unter seiner Lava begraben; für Viele der Alten ist die Freude des eigenen Besitzes für immer vorbei, aber ihre Kinder bauen auf der Grabdecke, unter welcher das Heim ihrer Väter liegt, sich auf’s Neue an, und es freuen sich daran ihre Nachkommen, bis der Berg es wieder zerstört, und so weiter.