Himmelfahrt sammt Abraham Fundgrube

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Textdaten
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Autor: Diverse
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Titel: Himmelfahrt sammt Abraham Fundgrube
Untertitel:
aus: Album der Sächsischen Industrie Band 1, in: Album der Sächsischen Industrie. Band 1, Seite 13–14
Herausgeber: Louis Oeser
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Louis Oeser
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Erscheinungsort: Neusalza
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Quelle: Commons und SLUB Dresden
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Album der Sächsischen Industrie Band 1 0028.jpg

Himmelfahrt sammt Abraham Fundgrube

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Himmelfahrt sammt Abraham Fundgrube.
(Hierzu eine Abbildung.)


Vor Anfang des Jahres 1830 eine der armseligsten und geringsten Gruben, ist sie jetzt das erste und vornehmste Berggebäude unseres Vaterlandes; vor jener Zeit konnte der sie im Verein mit 2 Bergleuten betreibende Steiger kaum das Lohn für seine Mühe erarbeiten, ja es ist Thatsache, daß dieser Steiger weniges Geld auf Pfand lieh, um nur die nöthigen Materialien herbeizuschaffen zum Fortbetrieb der Arbeiten; jetzt wird die Grube verwaltet von einem Grubenvorstand, zwei Schichtmeistern, einem Controleur, mehreren Obersteigern und Untersteigern, Gänghäuern, und es arbeiten auf ihr über 2000 Bergleute; vor jener Zeit konnte man für zwei alte Groschen einen Kux, das ist einer von jenen 128 Theilen, in welche der Besitz einer Grube eingetheilt ist, auf Himmelfahrt sehr schnell erhalten, jetzt hält es sehr schwer, einen solchen Kux für 6000 Thaler zu erlangen. Diese große und wichtige Grube liegt östlich von Freiberg in einer Entfernung von 10 Minuten, und weit schon imponirt der Anblick ihrer colossalen Tag-Gebäude. Ihre Hauptlagerstätten sind die drei Erzgänge: Erzengel Stehende, Frisch Glück Stehende und Gottlob Morgengang, welche [14] jährlich ein Silberquantum von circa 8000 bis 9000 Pfund Silber liefern mit einer Bezahlung von circa 225000 Thalern. Drei Dampfmaschinen, zu denen jetzt noch eine vierte, die stärkste, errichtet wird, mehrere Kunstgezeuge, Scheidebänke, Satz- und Klaubewäschen, Pochwerke, Eisenbahnen in der Grube und über Tage und viele andere interessante Vorrichtungen dienen hier dem Menschen, dieses großartige Etablissement in Ordnung und Gang zu erhalten. Das Feld, welches die Grube jetzt besitzt, erstreckt sich über Tage seiner Länge nach beinahe eine Stunde weit bei einer mittleren Breite von ¼ Stunde. Das Hauptgebäude der Grube liegt an der alten Dresdner Straße ohnweit des Donatskirchhofes. Es besteht in dem höchst elegant und solid mitten auf einer großen Halde erbauten Officiantenhaus, dem daneben liegenden alten Huthhaus und Wäsche, dem die Halde hoch überragenden Gebäude des alten Abrahamer Kunst- und Treibeschachtes, einer dahinter befindlichen neuerbauten schönen Scheidebank, und der etwas tiefer darunter liegenden Bergschmiede mit 12 Schmiedefeuern. Die Halde selbst, auf der die Gebäude stehen, ist mit einer Art Tunnel durchbrochen worden, welcher die Fortsetzung einer Eisenbahn bildet, auf welcher die Erze von zwei der Himmelfahrt gehörigen Schächten der sogenannten Neuen Wäsche und Pochwerk zugeführt werden. Diese Wäsche liegt von dem genannten Tunnel südlich, seitwärts der neuen Dresdner Straße, in einer Entfernung von 10 Minuten. Ein theils unterirdisch, theils über Tage geführter, ¾ Stunden langer Canal führt dieser Wäsche das nöthige Aufschlagwasser zu. Aber die Oekonomie des Bergmanns befriedigt sich nicht mit dem ersten Gebrauch dieser Wasser, sondern sie leitet dasselbe unterirdisch fort zum Gebrauche vieler andrer Maschinen, bis es einer anderen Grube wieder zufällt, und schließlich als nicht mehr benutzte Wasserkraft seinem ursprünglichen Flußbett wieder zufällt. Ein drittes großes Gebäude der Grube ist der Davidschacht, nördlich vom Abrahamer, ebenfalls auf einer hohen Halde gelegen. Derselbe besteht aus mehreren Scheidebänken und Pochwerken, einer Dampfmaschine und einer Obersteigerwohnung. Nicht entfernt davon ist der zur Grube gehörige Elisabethschacht mit Dampfmaschine, sowie der Reichzochner Richtschacht, in dessen Nähe ein schönes Denkmal die Ruhestätte des großen Herder bezeichnet. Die Grube Himmelfahrt giebt den schönsten Beweis des Lohnes für bergmännische Ausdauer und Hoffnung. Seit dem Jahre 1816 dachte kein Gewerke (Kuxinhaber, Teilnehmer) mehr daran, jemals einen Pfennig seiner eingezahlten Betriebsgelder zurückerstattet zu sehen, nahe an 50,000 Thaler hatten sie und die sogenannte Gnadengroschenkasse der Grube vorgeschossen, viele Lieferanten und Bergarbeiter schauten mit Betrübniß auf ihre Anforderungen bei der Grube, alles, alles schien verloren, und siehe da, als die Noth am höchsten gestiegen war, da schlossen die Bergleute zwei neue, reiche Erzgänge auf, die Neue Hoffnung und Gottlob Morgengang, und die Erze mehrten sich, und setzten fort in die Länge und Teufe, so daß man die alten Schulden alle tilgen, die Grube innen und außen gehörig vorrichten, neue Gebäude und großartige Maschinen herstellen, neues Grubenfeld und andere Gruben, und Güter und Felder kaufen konnte, und dabei im Stande ist, jedem Gewerke jährlich auf einen Kuxantheil über 400 Thaler Ausbeute zu zahlen; außerdem aber hat die Grube noch einen sehr bedeutenden Bestand an Staatspapieren in der Kasse. Schließen wir den Bericht über diese große Grube mit dem Wunsche, daß sie noch lange blühen und gedeihen möge; denn sie ist die Ernährerin mehrerer tausend Menschen.