Immerwährende Eisbahnen

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Titel: Immerwährende Eisbahnen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 38, S. 624
Herausgeber: Ernst Ziel
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[624] Immerwährende Eisbahnen. Der wunderliche Sport des Skatelaufens hat, wie die „Gartenlaube“ früher (Jahrg. 1876, S. 610) berichtet, zu den größten Anstrengungen geführt, wirkliche Eisbahnen im Sommer herzustellen. Dieselben sind auch, wie dort näher beschrieben wurde, geglückt, aber sie erwiesen sich, wegen der erforderlichen beständigen Thätigkeit der Kälte erzeugenden Maschinen, als so kostspielig, daß man sie wieder aufgegeben hat. Ein gutes Surrogat ist dagegen von einem Fr. Calantarients in Scarborough erfunden worden, welches aus einer künstlichen Salzmasse besteht, die sich im Ansehen und auch sonst in den meisten Beziehungen wie eine Schicht natürlichen Eises verhält, auf der man mit wirklichen Schlittschuhen fahren kann, statt mit bloßen Rollschuhen. Es ist im Wesentlichen ein sechszig Procent Krystallwasser enthaltendes Gemisch aus gewöhnlicher Soda und Glaubersalz (kohlensaurem und schwefelsaurem Natron), welches auf der Bahn zum Erstarren gebracht wird und dann täuschend natürlichem Eise gleicht, namentlich nachdem einige Schlittschuhe die ersten Schrammen darin gezogen haben. Ist die Fläche durch starken Gebrauch völlig zerschrammt, so wird sie mittelst eines kleinen, eigens dazu construirten Dampfapparates, dessen Strahl das Kunsteis schmilzt, ohne viel Mühe wieder in eine spiegelglänzende Fläche verwandelt. Dieselbe Mischung kann auf diese Weise lange benutzt werden, zumal sie sich, wenn mit der Zeit schmutzig geworden, leicht durch Umkrystallisiren reinigen läßt. Ueberdem ist sie wenig kostspielig.