In Auerbachs Keller

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: In Auerbachs Keller
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 42, S. 723
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[712]
Die Gartenlaube (1888) b 712.jpg

In Auerbachs Keller.
Nach dem Oelgemälde von Eduard Grützner.
Photographie im Verlage von Fr. Hanfstaengl in München.

[723] In Auerbachs Keller. (Mit Illustration S. 712 und 713. ) Die bekannte Scene in Goethes „Faust“, welche uns die Zeche lustiger Gesellen in Auerbachs Keller zu Klein-Paris vorführt, hat ist Eduard Grützner einen genialen Darsteller gefunden.

„Mit so wenig Witz und viel Behagen
Dreht jeder sich im engen Cirkeltanz,
Wie junge Katzen mit dem Schwanz.
Wenn sie nicht über Kopfweh klagen,
Solang der Wirth nur weiter borgt,
Sind sie vergnügt und unbesorgt,“

sagt Mephistopheles, als er mit Faust in den mit lustigen Studenten bevölkerten Keller tritt. Diese beiden Gestalten im Hintergrunde des Bildes sind mit charakteristischer Schärfe aufgefaßt. Mephisto freut sich, als Cicerone den Faust in diese Welt flotter Lustigkeit einzuführen, wo er ihm vor Augen führen kann, wie leicht sich’s leben läßt – und dabei verlacht er mit überlegenem Spott die ewig unbefriedigte Weisheit des tiefsinnigen Forschers. Dieser aber sieht und hört befremdet den übermüthigen Taumel einer berauschten Jugend; man sieht es ihm an, nicht lange wird’s dauern, so empfindet er die Lust, wieder abzufahren; das vierblättrige Kleeblatt in der Mitte des Bildes befindet sich aber auf der Höhe des Wohlbehagens. Da ruft der Schmerbauch Siebel:

„Mit offner Brust singt Runda, sauft und schreit,“

und Altmayer hält sich die Ohren zu:

„Weh mir, ich bin verloren!
Baumwolle her! der Kerl sprengt mir die Ohren,“

während Frosch und Brander mit Behagen der kräftigen Losung des Liedersängers folgen. Im übrigen hat der Maler Auerbachs Keller mit stimmungsvoller Detailmalerei ausgeführt.
†