Lieder aus einem ungedruckten Romane

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Autor: Johann Michael Franz Birnbaum
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Titel: Lieder aus einem ungedruckten Romane
Untertitel:
aus: Wünschelruthe - Ein Zeitblatt. Nr. 14, S. 56
Herausgeber: Heinrich Straube und Johann Peter von Hornthal
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1818
Verlag: Vandenhoeck und Ruprecht
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Erscheinungsort: Göttingen
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Quelle: Scans auf Commons
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Lieder
aus einem ungedruckten Romane.




1.

Durch die Wolken schauen Berge,
Aus den Bergen strömt der Fluß;
Ist verstummt der Sang der Lerche,
Beut die Nachtigall noch Gruß.

5
Laute Freude ist verklungen

Wo die süßre Stimme klingt,
Denn der Strom ist eingedrungen,
Der vom Himmel Kunden bringt.

Weil die Höhen ihn geboren,

10
Fürcht’ ich nicht des Raschen Flucht,

Suche, was ich nie verloren,
Finde, was ich nie gesucht:

Denn ich hab’ es seinen Wellen
Frohbegeistert abgelauscht,

15
Daß vereint mit reinern Quellen

Voller er vom Innern rauscht. -

Und ich frage alle Augen,
Welches Herz, von Liebe voll,
Reine Quellen, die mir taugen,

20
Meinem Strome bringen soll?




2.

Wenn Zweige sich entlauben
Dann wird das Leben neu,
Gelöst von allem Glauben
Von jeder Hoffnung frey!

5
Dann gut, dem Sturm zu lauschen!

Er streift kein Blatt mehr ab,
Nur die gefallnen rauschen
Empor aus ihrem Grab.

Was wollt ihr aber steigen

10
Die ihr verwelket liegt?

Sobald die Winde schweigen,
Sinkt ihr, wie jetzt ihr fliegt!

Drum bleibt in eurem Grabe,
Ihr weckt den Frühling nicht:

15
Die Zeit hinkt selbst am Stabe,

Wenn Jugend ihr gebricht!

M. Birnbaum.