Melpomene/Band 1/002 Am Grabe des Erlösers

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aus: Melpomene
Seite: Band 1, S. 14-15
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2. Am Grabe des Erlösers.

Melod. XIII.

1. Hülle dich in Trauer, fromme Seele!
Und zerfließ in Thränen, edles Herz!
Überlaß an dieser Grabeshöhle
Dich den lauten Klagen und dem Schmerz,
Denn sie deket des Erlösers Hülle
Mit der fürchterlichsten Todesnacht,
Der nach des gerechten Gottes Wille
Sich für uns zum Opfer dargebracht.

2. Klage hier dem Himmel und der Erde,
Sterblicher! die Größe deiner Noth,
Denn der Schöpfer Himmels und der Erde,
Er, der Allen Leben gab, ist todt.
Ach! was kann dich nun vom Tode retten,
Wenn das Leben selbst zu Grabe geht,
Und des Todes Hauch die zarten Ketten
Aller Lebenshoffnungen verweht.

3. Doch, der Hoffnung süße Zweige grünen
Schon auf des Versöhners Leichenstein,
Und des Leibes Tod muß Ihm nur dienen,
Um durch ihn verherrlichet zu seyn;
Seine Seele tröstet nun die Frommen,
Die voll Sehnsucht waren, Ihn zu seh’n,
Und am dritten Tage wird Er kommen,
Um vom Tode siegend aufzusteh’n.
[15]
4. Jesu! sieh, ich sink am Grabe nieder,
Wälz hinweg den großen Leichenstein,
Salbe deine wundenvollen Glieder
Dir mit Dank- und Buße-Thränen ein;
Ja ich bring dir mit gerührtem Herzen,
Was ein armer Erdenwurm vermag.
Ruh nun sanft von deinen Todesschmerzen,
Heil’ge Leiche! bis zum dritten Tag.