Melpomene/Band 1/027 Bei dem Grabe eines jungen wohlthätigen Mannes

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aus: Melpomene
Seite: Band 1, S. 120–122
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[120]

27. Bei dem Grabe eines jungen wohlthätigen Mannes.

Melod. XVII.

1. Ach! unvermuthet stehen
Wir hier an diesem Grab
In tiefer Traur, und sehen
Im Thränenblick hinab;
Denn es verschließt die Leiche
Von einem jungen Mann,
Der schnell im Erdenreiche,
Vollendet seine Bahn.

2. Erst acht und dreißig Jahre
Und fünfthalb Monat alt,
Und schon verschließt die Bahre
Die Leiche starr und kalt;
Denn grausam war das Fieber
Das plötzlich ihn befiel,
Und führte ihn hinüber
Zu seinem Lebensziel.

3. Denn Alles war vergebens
Zur Rettung angewandt,
Der Faden seines Lebens
War schon zu sehr gespannt;
Mit jedem Glockenschlage
Nahm zu der Krankheit Schmerz,
Und ach! am neunten Tage
Brach sterbend schon sein Herz.
[121]
4. Allein er hielt zum Sterben
Sich jederzeit bereit,
Und wird den Himmel erben
Dort in der Ewigkeit;
Denn durch sein ganzes Leben,
Bei Sense, Wagen, Pflug,
That er durch sein Bestreben
Treu seiner Pflicht genug.

5. Und o! wie war so thätig
Bei ihm die Bruderlieb,
Da man bei ihm, wars nöthig,
Nie ohne Hülfe blieb.
Mit gänzlichem Ergeben
Gab er sein Leben hin;
Denn Jesus war sein Leben,
Und Sterben sein Gewinn.

6. Wir können also hoffen:
Daß er am Grabesrand
Für sich den Himmel offen,
Und Jesum gnädig fand.
Denn was er hier den Armen
Aus Bruderlieb gethan,
Nimmt Jesus voll Erbarmen
Als für sich selbsten an.

7. Drum laßt uns nach Vermögen
Den Armen Gutes thun,
Dann wird auch Gottes Segen
Auf unsern Werken ruhn.
[122] Uns folgen einst im Grabe
Nur unsre Werke nach,
Und jede gute Gabe
Vergilt Gott tausendfach.