RE:Λάβρανδα

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XII,1 (1924), Sp. 276
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Λάβρανδα, τά (Herodot. I 171. V 119; Λάβραυνδα Strab. XIV 659; Λάβρενδα (Inschriften von Mylasa, Judeich Athen. Mitt. XV [1890])‚ ein Flecken in Karien am Latmosgebirgszug, 68 Stadien nördlich von Mylasa, zu dem er gehörte. Der Name hängt mit dem Namen des karischen Hauptgottes Labraundos oder Labrandos zusammen. Der karische Lautbestand, der von den Griechen in Inschriften in mannigfacher Form wiedergegeben wurde (s. Kretschmer Einl. in die Gesch. der griech. Spr. 303), könnte (a. O. 404) dem kretischen (?) Namen Λαβύρινθος entsprechen. Lautlich steht dieser Zusammenstellung nichts im Weg. Vgl. noch das Patronymikon Λαβραντίδης aus der Hyrkanischen Ebene. (Buresch Aus Lydien 9). Sehr viele Inschriften von Mylasa (a. O. 303) zeigen, daß das auf einem Höhenrücken gelegene Heiligtum des Gottes, den die Griechen dem Zeus gleichsetzten, zu Mylasa gehörte. Die Ortschaft hat sich um den Tempel gebildet. Eine gepflasterte Straße, Ἱερὰ Ὁδός, führte auf die Höhe. Nach Aelian. n. h. XII 30 befand sich am Tempel ein Wasserbecken mit Fischen mit goldenen Halsketten und Ringen (an den Kiemen?) ähnlich wie bei der Stadt Chios.