RE:Πίσκα

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XX,2 (1950), Sp. [1950 1799]–1800
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Πίσκα, eine Stadt am Indos bei Ptolem. VII 1, 58, nach Lassen (Ind. Alt. III 143f., 4) am Westufer gelegen und mit Sukar, offenbar dem heutigen Sukkur (68° 54’ östl. L., 27° 42’ nördl. Br.), zu identifizieren. Läßt man sich bei aller Berücksichtigung des Wechsels des Induslaufes von den Bestimmungspunkten für P. leiten, so führen diese mit 116° 30’ L.‚ 25° Br. in die unmittelbare Nähe der Einmündung des letzten Zuflusses des Indus am Westufer aus dem Arbita-Gebirge bei 117° L.‚ 25° 10’ Br. (VII 1, 28). Berthelot (L’Asie ancienne d’après Ptolémée 272ff.) rektifiziert diese Lage auf 67° 50’ östl. L., 26° 25’ nördl. Br. (s. 267), so daß der Kulachi in Betracht käme. Auch die bei Ptolemaios angegebene Entfernung von P. und Parabalei am Ostufer (VII [1800] 1, 61) entspreche der Entfernung der heutigen Städte Phulji (67° 51’ östl. L.‚ 26° 52’ nördl. Br.) und Naushahro (68° 8’ östl. L.‚ 26° 51’ nördl. Br.), so daß bei ersterer das antike P. wengistens annähernd lokalisiert werden könnte. Aber der Kulachi mündet gar nicht in den Indus, man könnte eher an Baran denken, oberhalb dessen Einmündung in den Indus Kotri bei 68° 22’ östl. L.‚ 25° 22’ nördl. Br. liegt, dieser Stadt gegenüber am östlichen Ufer des Indus Hyderabad (Sind) bei 68° 38’ östl. L.‚ 25° 25’ nördl. Br.; vgl. Proellss D. Indus (Dresdner geogr. Stud. I) 56. – Bezüglich des Namens fühlte man sich versucht, an die mit pish, die Zwergpalme, zusammenhängenden geographischen Namen des heutigen Beluchistan zu denken, wie Pishīn (zwischen 66° 21’–67° 48’ östl. L.‚ 30° 1’–31° 12’ nördl. Br.), Pīsh-Fluß, Pishukān (Dorf); es gibt auch eine Hügelkette Pipiskā, am Parōmbecken, nahe der persischen Ostgrenze; und nordöstlich davon gibt es ein Harboi-Gebirge, das an die Arbita des Ptolemaios erinnert (über diese Örtlichkeiten s. Sir A. Stein An archaeol. Tour in Gedrosia, Calcutta 1931, Index). Die Zwergpalme (Nannorhops Ritchieana) wird nicht nur nach Sind exportiert, sondern in Beluchistan und Sind, besonders Sehwān, wird sie zur Herstellung von Seilen, Zwirnen, Sandalen, Matten und Körben verwendet (s. Imperial Gazetteer, Prov. Series, Bombay II 289. Beluchistan 50f. 94. Stein 132).