RE:Σαβαϊτικὸν στόμα

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I A,2 (1920), Sp. 15221523
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Σαβαϊτικὸν στόμα, Flußmündungsplatz an der Küste der Trogodytice, von Artemidor bei Strab. XVI 770 nach den Sechs Inseln Latomiai und dem im Binnenlande gelegenen Σούχου ἵδρυμα und vor dem Hafen Elaia und der Stratoninsel erwähnt. Die Sechs Inseln sind wohl die Sauākininseln (der Änderungsvorschlag K. Müllers Geogr. gr. min. I LXX, der an eine Korruptel von ΛΑΤΟΜΙΑΙ aus ΑΔΑΝΙΑΙ dachte und die Inseln für die von Ptolem. VI 7, 44 genannten Ἀδάνου δύο νῆσοι hielt, war verfehlt; besser sind sie in den Anmerkungen der Ptolemaiosausgabe I 2, 758 als sex insulae e regione promunturii Rās Asīs [18° 27’ nördl. Breite] erklärt, also als die Akrabgruppe [so bereits im Atlas zu den Geogr. gr. min. Karte 7]). Die Feste des Suchus dürfte bei Sauākin zu suchen sein (vgl. bereits Forbiger Handbuch II 812; anders Müller a. a. O. I LXVII 172 und im Atlas ebd. und zu Ptolem. I 2, 756f.). Der Hafen Elaia ist nicht genau bestimmbar (gegen Müllers und anderer Zusammenstellung mit dem Dahlakarchipel, welche eine Textänderung voraussetzt, sowie seine Bestimmung der Στράτωνος νῆσος, s. die Art. Eratanos und Saba Nr. 2); er muß auf der Küstenstrecke von der ᶜAḳīḳbai bis zum Mersa (Hafen) Koba, ungefähr in der Höhe von Isratu, der vermutlichen Stratoninsel, gesucht werden. Der einzige Fluß, dessen Mündung für die Gegend bei Sauākin in Betracht kommt, scheint der Ḫōr (Flußbett) Baraka zu sein und dessen alte Mündung gegenüber den Sauākininseln, den Latomiaiinseln Artemidors, wie wir meinen, mit Σ. bezeichnet zu sein. Zu dem Namen Σ. dürfte auch die Tatsache stimmen, daß westlich vom Baraka, ungefähr 18° 15’ nördl. Breite, ein Gebirgszug verläuft, der heute noch Ğebel Šaba heißt. Der alte Name Σ. hängt mit der Einwanderung der Sabäer aus Südarabien nach Afrika zusammen (s. den Art. Saba Nr. 2). Schon Müller I LXX und zu Ptolem. I 758 leitete den Namen von einer gewesenen Stadt Saba ab, mit Hinweis auf den südlicher gelegenen λιμὴν Σαβά und die Stadt Σαβαί (s. den Art. Sabai Nr. 3); über die Stadt Sace bei Plin. n. h. VI 172, welche Müller mit Unrecht heranzog, s. den Art. Sace Der voranstehende Erklärungsversuch entfernt sich auch von Müllers Ansatz des Σ. (ostium recessus Core Nowaret [vulgo Port Mornington], 18° 13’ prope insulam Furragene; s. seinen Atlas Karte 7), sowie wir von seiner grundsätzlichen Auffassung der Beschreibung dieses Teiles der äthiopischen Küste bei Strabon und Plinius abweichen müssen (vgl. die Art. Eratanos und Saba Nr. 2). Das Σ, meint auch Ptolem. IV 7, 7 mit seinem Σαβαστρικὸν (Σεβαστικὸν ed. princ.) στόμα, dem er die Maße 67°, 15° gibt. Abzuweisen ist die bei Müller Ptolem. a. a. O. ausgesprochene Vermutung, daß auf Grund der Lesart der Editio princeps Σεβακτικόν zu lesen sei (quod idem significet atque Σουχικόν, siquidem tum suchus tum sebak Aegyptiis crocodilus dicebatur). Die [1523] Variante, auf welche sich diese Erwägung stützt, hat keinerlei Gewähr und ist offenbar durch falsche Anlehnung an Σεβαστός, ‚Augustus‘, entstanden. Der Vergleich zwischen den Ptolemaios- und Strabon-Hss. führt auf Σαβαστικόν als Lesart bei Ptolemaios, die auch Müller richtig im Texte bietet.