RE:Ἔγκυκλον

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Umhang d. Frauen
Band V,2 (1905) S. 25852586
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Ἔγκυκλον war ein rund zugeschnittenes περίβλημα der Frauen, also ein Umhang, der in seiner [2586] Form der Chlamys (s. d.) entsprach. Suidas ἔ. ἱμάτιον. IG II 754, 48 ἔ. ποικίλον. 758 B II 31 und 48 ἔ. λευκόν. 763 I 6f. ἔ. περιποίκιλον κτενωτόν unter anderen Weihungen weiblicher Gewandstücke. Eustath. ad Iliad. 976, 13ff. έκκυκλον ἣ ἔ. ... γυναικεῖον ἦν ποτὲ φόρημα. φησὶ γοῦν Παυσανίας ὅτι ἔ. περιπόρφυρον ἱμάτιον. Pollux VII 53 identifiziert das ἔ. mit einem anderen Umhang, dem περίνησον, und erklärt diesen Namen daraus, daß πορφύρα κύκλῳ τὰ τέλη τοῦ ὑφάσματος περιέρχεται, νήσου σχῆμα ποιοῦσα τῇ περιῤῥοῇ τοῦ χρώματος, wozu Photius (s. παράπηχυ) zu vergleichen ist: τὸ δὲ κύκλῳ τὴν πορφύραν ἔχον (s. ἱμάτιον), ἔ. Siehe zu dieser Etymologie, die uns doch eine klare Vorstellung von dem Gegenstände giebt, Böhlau Quaestiones de re vestiaria 9, 1. Einen bestimmteren Hinweis, wie wir uns das . vorzustellen hätten, würden wir aus Aristoph. Thesmoph. 536 entnehmen können, wenn wir mit Bestimmtheit behaupten dürften, daß Aristophanes hier dasselbe Kleidungsstück meine, das er in anderen Versen der gleichen Szene ἡμιδιπλοίδιον, κροκωτίδιον und χιτώνιον nennt; vgl. über diese ganze Stelle Böhlau a. a. O. 6ff., der sich gegen diese Identifizierung ausspricht; wir haben o. Bd. III S. 2342 versucht, die Schwierigkeiten durch den Hinweis auf den archaisch-ionischen Frauenmantel zu lösen, den man sowohl ἔνδυμα wie ἐπίβλημα nennen konnte; nimmt man diese Erklärung an, so kann man auch ohne weiteres . auf eben das Gewand beziehen, mit dem Blepyros notdürftig seine Blöße bedeckt. Aus diesen Versen scheint denn auch Pausanias (bei Eustath. a. a. O.) seine Erklärung geschöpft zu haben; er schreibt: ἔ. περιπόρφυρον ἱμάτιον καὶ χιτών γυναικεῖος, ὃν ἔνδοθεν (nur dies wäre ein eigener Zusatz) ἐνδύονται γυναῖκες, εἶτα τὸ ἕνδυμα. λέγεται δέ, φησιν, ὑπ' ἐνίων ἐπιγονατίς, διότι μέχρι γονάτων διήκει. Für die Größe des . spricht Aristoph. Thesmoph. 499ff., wo beschrieben wird, wie ein Weib das ἔ., unter dem sie erst ihren Liebhaber verborgen hat, ihrem Manne ausgebreitet zeigt und so die Flucht des Liebhabers ermöglicht.