RE:Abaskoi

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 20
Pauly-Wissowa I,1, 0019.jpg
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Abaskoi (Ἀβασκοί Arr. peripl. 15, oder Abasgi, Ἀβασγοί und Ἄβασγοι, so z. B. Orph. Arg. 754), ein westkaukasisches Aboriginervolk nördlich von Kolchis u. zwar vom Flusse Singames (Inguri) bis Pityus sesshaft; bei Arabern und Türken heissen sie Abchâz, bei den Russen Obêzi, selbst nennen sie sich Absûa oder Absne. Ihr Land heisst bei den byz. Autoren Ἀβασγία (patria Abasgia G. Rav.), in den ital. Portulanen Avogasia, in der georg. Chronik Aphchazethi; ihre südliche Abteilung bildeten die Apsilae (s. d.). Sie waren zur röm. Kaiserzeit halb abhängig, Hadrian setzte über sie den Resmagas als regulus ein; unter Theodosius I. hatte die ala I. Abasgorum ihr Quartier in der grossen Oase der Thebaïs, Not. dign. or. 28, 75. Bis auf Iustinian verblieben sie Heiden und verehrten als Götter Bäume der Haine; sie trieben nach kaukasischer Sitte Menschenhandel und verkauften schöne Knaben als Eunuchen nach Byzanz (Procop. b. Got. IV 3. Iust. Nov. 28); um 546 nahmen sie das Christentum an. In byzantinischen Schriftwerken werden einige ihrer Vesten erwähnt z. B. Τραχέα, Τζάχαρ d. i. τὸ σιδηροῦν, Βούχλοος, Τιβέλεος oder Τζιβιλόν (in der heutigen Zebeldá am oberen Kodor, wo einst der Bergstamm der Μισιμιανοί hauste); das Abasgenreich erreichte im 9. Jhdt. grosse Macht und dehnte sein Gebiet nordwärts bis Νίκοψις (j. Negepsûko) aus, Const. Porph. de adm. imp. 42. In neuerer Zeit wandten sie sich dem Islam zu; zahlreiche Ruinen von Vesten und Kirchen, sowie die blühende Hausindustrie (Erzeugung von groben und feinen Geweben, vgl. Koraxoi), weisen auf eine bedeutendere Vergangenheit; gegenwärtig ist dieses Volkstum infolge häufiger Aufstände gegen die Russen völlig herabgekommen.