RE:Acheloos 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 213
Pauly-Wissowa I,1, 0213.jpg
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1) des an Länge seines Laufes (etwa 24 geogr. Meilen in gerader Linie von Norden nach Süden) wie an Wassermasse alle anderen Flüsse von Hellas überragenden Stromes, welcher am südlichen Fusse des Lakmon, des mächtigen Knotenpunktes der epirotischen Gebirge (welcher gewöhnlich mit unter dem Namen Πίνδος umfasst wird) entspringt, dann durch das Gebiet der Athamanen, Doloper, Agraeer und Amphilocher hindurchfliesst, hierauf die grosse akarnanisch-aetolische Ebene durchschneidet und endlich durch ein schmales Engthal, zwischen den akarnanischen und aetolischen Bergen in die breite Mündungsebene (Παραχελωῖτις) eintritt, welche allmählich im Laufe der Zeiten aus dem an der Mündung abgelagerten Schlamm und Sand entstanden ist, wodurch auch einzelne frühere Inseln von der Gruppe der Echinaden mit dem Festlande verbunden worden sind. Vgl. Herod. II 10. Thuk. II 102. Strab. X 458. Paus. VIII 24, 11. Aus dieser Thätigkeit des Flusses, welche, wenn durch Menschenhand geleitet und gleichsam gebändigt, eine Quelle von Fruchtbarkeit und reichem Segen wird, sind offenbar jene Sagen vom Kampfe des Herakles mit dem Acheloos (s. unten) zu erklären (vgl. Strab. X 458), in welchem eines der Hörner des Flussgottes abgebrochen und dann gegen das Horn des Überflusses (κέρας Ἀμαλθείας) vertauscht oder in dieses umgewandelt worden sei (Ap. II 7, 5. Ovid. Met. IX 75ff.). Der Name Θόας, welchen der Fluss in der ältesten Zeit geführt haben soll (Strab. X 450. Steph. Byz.) ist offenbar ein fälschlich als Eigenname aufgefasstes Beiwort, hergenommen von der Schnelligkeit seines Laufes, ähnlich wie der Name, mit dem die heutigen Griechen ihn benennen, Ἀσπραπόταμος, von der grossenteils durch den weisslichen Boden des Flussbetts bedingten hellen Farbe seines Wassers (Ἀχελώιος ἀργυροδόνης, Hesiod. Theog. 340. Kallimach. h. in Cerer. 13. Dionys. Perieg. 433) entlehnt ist. Übrigens scheinen einige ältere griechische Geographen, wie Hekataios (fr. 70–72 bei C. Müller FHG), und ihnen folgend Dichter wie Sophokles (bei Strab. VI 271) den obern Lauf des A., vom Lakmon bis in das Gebiet der Agraeer, als einen besonderen Fluss betrachtet zu haben, welchen sie mit dem Namen Ἴναχος und als in den A. fallend bezeichnen, so dass ihnen der jetzt Μέγδοβα genannte, aus der Dolopia herabkommende östliche Nebenfluss des A. als der eigentliche Hauptfluss erschien.

Ausser diesem Könige der griechischen Flüsse führten denselben Namen

WS: Fortsetzung des Satzes im Folgeartikel