RE:Adramys

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 403
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Adramys, nach dem Lyder Xanthos mit Attales zusammen Sprössling aus der ausserehelichen Verbindung des Sadyattes mit zwei Schwestern (frg. 19b aus Nikolaos v. D. frg. 63, FHG I 40b); nach frg. 19a (aus Athen. XII 515 D, FHG I 39) Erfinder des εὐνουχίζειν τὰς γυναῖκας, wohl ὅπως αὐταῖς χρῷτο ἀεὶ νεαζούσαις (wie Gyges: Hesych. Miles. FHG IV 171, 47 ‚nach Xanthos‘). Nach Aristoteles Polit. frg. 191 aus Steph. v. Byz. s. Ἀδραμύττειον (vgl. Hesych. s. Ἀδραμών), FHG II 163, der sonst auch Hermon genannte lydische Gründer der Stadt Adramytteion (der Name Hermon ist wohl zu erklären aus dem pelasgischen Hermesdienst von Lemnos, wo ein König gleichen Namens vorkommt: O. Crusius Beiträge zur griech. Mythol. Leipzig 1886, 27, 4). Nach Dikaiarchos frg. 11 (aus Schol. ADTownl. Il. VI 397, FHG II 238) ein Pelasger von nicht angegebener Herkunft (lemnischer Pelasger? s. o.), welcher nach dem troisch-lydischen Idagebirge kam und das dortige Adramytteion gründete. Seine dort geborene Tochter bot er als Preis eines Wettlaufs aus. Der Sieger Herakles gewann sie und gründete unter dem Plakionberg eine Stadt, die er nach ihr Thebe nannte. Die Sage will zugleich etymologisch den Namen A. aus δραμεῖν (mit intensivum?) erklären. Athenaios und Steph. Byz. nennen ihn auch Ἀδραμύτης; Schol. Hesiod. op. 161 Ἀδράμυτος, Ilias-Schol. a. O. AD Ἀτράμους, Townl. Ἀνδράμυς, Hesychios Ἀδραμών; vgl. Art. Adramytteion.