RE:Aedilicia potestate

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 447–448
Pauly-Wissowa I,1, 0447.jpg
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Aedilicia potestate erscheint im Amtstitel a) von Beamten italischer Landstädte, und zwar 1) in Vertretung des Titels aedilis, hauptsächlich dort, wo die Oberbehörden einer Stadt zu einem Vierer- oder Achter-Collegium vereinigt waren: IIIIviri oder VIIIviri aedilicia potestate; doch werden mitunter auch den IIviri iure dicundo die IIviri aedilicia potestate zur Seite gestellt. Ein Verzeichnis der Städte, für die Beamte a. p. bezeugt sind, giebt Ruggiero Diz. epigr. I 249f. 2) wo Aedilen nicht in ordnungsmässiger Weise bestellt worden waren oder sich nicht an ihrem Amtssitze befanden: praefecti aedilicia potestate (Aquileia CIL V 749. Brixia 4459. 4468. 4904. Patavium 2856); für den erstgenannten Fall mussten nach einer Lex Petronia (s. d., Ende der Republik?) vom Gemeinderate praefecti gewählt werden; vgl. CIL X 5655: aed(ilis) F(abrateriae) N(ovae) iter(um) l(ege) P(etronia); b) concurrierend mit aedilis [448] (s. Ruggiero I 266) bei den Quasimagistraten nichtstädtischer Ansiedlungen; bezeugt sind für den Pagus der Celtianenses in Numidien CIL VIII 7946 ein magister a. p. und vielleicht auch Eph. epigr. V 903 ein magister habens potestatem aedilis iure dicundo.