RE:Agathodaimon 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 747
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2) In vier Hss. der Geographie des Ptolemaeus (Cod. Paris. 1401 und 1402, Venet. 383 und Vindobon.) steht eine Notiz, nach welcher die daselbst befindlichen Karten von einem Alexandriner A., der sich im Venet. Ἀλεξανδρεὺς μηχανικός nennt, gezeichnet sein sollen; vgl. Cl. Ptol. geogr. ed. Wilberg proleg. libri I. W. Mannert Einleit. in die Geogr. d. Alt. 175f. Heeren de font. geogr. Ptol. Gotting. 1827 p. 10f. Kruse Archiv f. alt. Geogr. Gesch. u. s. w. I Heft 2 S. 79. Forbiger Handb. d. alt. Geogr. I 410f. D'Avezac Réstitution de deux passages du texte grec de la géogr. de Ptol. Paris 1862 p. 8. Weitere Angaben, die sich auf den genannten Kartenzeichner beziehen lassen, besitzen wir nicht. Eine Vergleichung der leider noch nicht herausgegebenen Karten mit den Anleitungen der Geographie im 1. und im Anfange des 8. Buches kann vielleicht wenigstens noch einiges Licht auf seine Stellung zu Ptolemaeus werfen.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S III (1918), Sp. 59
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2) In mindestens einem Dutzend von Hss. der Geographie des Ptolemaios findet sich die oft angeführte A.-Legende, und zwar findet sie sich ebensowohl in der A- wie in der B-Redaktion, d. h. in Hss. mit 27 wie in solchen mit 64 bzw. 68 Karten und außerdem auch in Hss. ohne Karten. Der Wortlaut ist im wesentlichen immer derselbe. Nur die Form des Zeitwortes erscheint bald als ὑπετυπώσατο, bald als ὑπετύπωσα oder ὑπετύπωσε. Im Vatic. Urb. graec. 82, der wichtigsten Hs. der A-Redaktion, lautet die Legende: ἐκ τῶν κλαυδίου πτολεμαίου, γεωγραφικῶν βιβλίων ὀκτῶ (!) τὴν οἰκουμένην πᾶσαν ἀγαθὸς δαίμων ἀλεξανδρεὺς μηχανικὸς ὑπετύπωσα. In den Hauptvertretern der B-Redaktion, Florent. Laurent. graec. XXVIII 49 und Mediolan. Ambros. graec. D 527 heißt es ὑπετυπώσατο, im Paris. graec. 1401 ὑπετύπωσε.

Wenn man die Legende ohne Rücksicht auf den damaligen Sprachgebrauch und ohne Rücksicht auf gewisse umfangreiche Zusätze zur Geographie des Ptolemaios deutet, liegt es nahe, A. als den Urheber aller Ptolemaioskarten anzusehen. Tatsächlich hat er nur ‚die ptolemäische Weltkarte‘, wie sie uns in den griechischen Hss. beider Redaktionen erhalten ist, selbständig gezeichnet, und nur dies besagt auch die Legende (vgl. Ptolem. geogr. VII 6,1). Außerdem aber sind dem A. die Zusätze zuzuschreiben, welche Nobbe unvollständig und in irreführender Weise Ptolemaios selbst zuteilt (Cl. Ptolem. geogr. ed. Nobbe VII c. 29 u. 30). Es ergibt sich dies aus dem Wortlaut der Nachträge und aus ihrer Beziehung zur Weltkarte, die von A. auf Grund des Textes und der Karten der acht Bücher des Ptolemaios entworfen wurde (vgl. Ptolemaios und Agathodämon in Denkschr. Akad. Wien LIX [1916], 4. Abh. Anhang II).

Anmerkungen (Wikisource)

Siehe auch Agathodaimon 3 im Supplementband I.