RE:Altaria

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 1691
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Altaria. Das Wort ist fast nur im Plural gebräuchlich, im Singular erst in der späteren Kaiserzeit, CIL VI 414. XII 5338. Im prägnanten Sinne bezeichnet A.

a) den hohen Altar; vgl. Isidor orig. XV 4, 14: altare ab altitudine constat esse nominatum. Fest. ep. p. 29 quasi alta ara (‚Hochsitz‘. Pott Etym. Forschungen II 2, 299);
b) den Altaraufsatz, der als Unterlage für das Brandopfer dient (Glossae p. 77 Labb. ἐπιβωμὶς altarium); vgl. Lucan. III 4021. Quint. declam. XII 26. Solin. VIII 6 (aber altaris ara bei Prudent. cathem. VII 203).

In der Regel bezeichnet aber A. den Altar schlechtweg und wird bei Dichtern und Prosaikern dann mit ara gleichbedeutend gebraucht. Die antiken Forscher haben zwischen beiden Ausdrücken zu unterscheiden gesucht; vgl. Serv. Ecl. V 66: Varro diis superis altaria, terrestribus aras, inferis focos dicari affirmat. Serv. Aen. II 535: superorum et arae sunt et altaria, inferorum tantum arae. Lactant. Plac. zu Stat. Theb. IV 459. Doch entspricht diese Scheidung schwerlich einem bewussten Sprachgebrauch der klassischen Zeit (vgl. Ara), wenn auch thatsächlich das Wort a. in der Regel nur von den grösseren Altären der oberen Götter verwendet wird. Marquardt-Wissowa R. St.-V. III² 162f. Ruggiero Diz. epigr. I 435.