RE:Amata

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 17501751
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Amata, Gemahlin des Latinus und Mutter der Lavinia, Feindin des Aineias, da sie ihre Tochter schon ihrem Schwestersohne Turnus versprochen hatte (Vergil. Aen. VII 341f.). In der Meinung, Turnus sei im Kampfe mit Aineias gefallen, erhängte sie sich selbst (Aen. XII 595f.). Nach Fabius Pictor (fragm. 1 Peter) starb sie eines freiwilligen Hungertodes. Wegen der Uebereinstimmung ihres Namens mit der Anrede des [1751] Pontifex maximus an die Vestalinnen: ita te, Amata, capio (Gellius I 12 , 14. 19) hat man angenommen, die Sage von Amata hänge mit dem alten latinischen Vestakulte in Lavinium zusammen (Klausen Aen. u. d. Pen. I 775. Schwegler Röm. Gesch. I 287. Preller-Jordan Röm. Myth. II 161. 330. Preuner Hestia-Vesta 276. 396f. Roscher Lexikon d. Myth. I 266f.; R. Reitzenstein Ined. poet. graec. fragm. III, Rostochii 1892, 24, 2 möchte in Amata griechisches ἀδμάτα sehen). Aber die ältere Namensform lautet Amita (Dion. Hal. I 64, 2, welcher auf Varro zurückgeht), und in der Formel des Pontifex maximus ist A. kein Eigenname, sondern bezeichnet den Liebling der Göttin, wie Preuner (a. a. O. 276) richtig erkannt hat. Nach Serv. Aen. VIII 51 hatte A. zwei Söhne, die sie tötete oder blendete, weil sie die Verheiratung der Lavinia mit Aineias begünstigten. Vgl. auch Ovid. fast. IV 879f. Serv. Aen. VI 90. Origo gent. Rom. 13, 5. 8.