RE:Amethystos

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 1828
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Amethystos (ἀμέθυστος). Der A. der Alten ist der auch jetzt noch mit diesem Namen bezeichnete violette Halbedelstein, eine Abart des Bergkristalls, der wie heute um so höher geschätzt wurde, je mehr er in der Farbe ungemischtem Wein glich, von dem er auch den Namen haben soll (Plin. n. h. XXXVII 121ff. Theophr. de lap. 30f. Isid. orig. XVI 9, 1). Während die helleren und weniger wertvollen A. an zahlreichen Orten gefunden werden, kommen die schön purpurfarbenen aus Indien (Plin. a. a. O.), wo auch jezt noch (namentlich in Ceylon) die sog. edlen A. gefunden werden, welche zur Gattung der Korunde und Rubine gehören, und welche Plinius an anderer Stelle (n. h. XXXVII 93 (amethystizontas carbunculos nennt. Der hyacinthus (s. d.) des Plinius ist ein heller A. (n. h. XXXVII 125). Die A. wurden vielfach erhaben und vertieft geschnitten und als Ringsteine und zu Verzierungen (Mart. X 49, 1) gebraucht. Amulette aus A. sollen als Schutzmittel gegen die Trunkenheit getragen worden sein, wohl infolge der Ableitung des Namens von μεθύω, von Wein trunken sein (Plin. n. h. XXXVII 124).

[Nies.]