RE:Ampelius 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 18801881
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Ampelius. 1) L. Ampelius, Verfasser eines erhaltenen liber memorialis, der nach der an einen Macrinus gerichteten Vorrede darlegen sollte quid sit mundua, quid elementa, quid orbis terrarum ferat, vel quid genus humanem peregerit. Das Buch giebt in 50 Kapiteln einen kurzen und sehr ungleichmässigen Abriss der Kosmographie, Geographie, Mythologie und Geschichte. Der historische Teil, der allein die republicanische Zeit umfasst und nur an vier Stellen darüber hinausgreift (darunter zwei Erwähnungen Traians , c. 23 und 47), in dürrem Compendienstile gehalten, stammt vor allem aus Cornelius Nepos de excellentibus ducibus (E. Woelfflin De L. Ampelii libro memoriali, Gottingae 1854, 32ff.) und der verlorenen Quelle des Buches de viris illustribus (s. unter Aurelius Victor); die Anfangskapitel des Werkes dagegen enthalten seltene und wertvolle Überlieferungen und gehen auf gute Quellen zurück, insbesondere c. 2 de duodecim signis (aus Nigidius, vgl. A. Swoboda P. Nigidii Figuli operum reliquiae, Vindobonae 1889, 39f.), c. 8 miracula mundi (Quelle alexandrinisch, vgl. H. v. Rohden De mundi miraculis quaestiones selectae, Diss. Bonn 1875, 3–29) und c. 9 quot fuere Ioves vel alii dii deaeque (euhemeristische Göttergenealogien, vgl. J. B. Mayor Ausg. von Cic. de nat. deor. vol. III p. 199ff.). Der Verfasser des Buches ist völlig unbekannt, seine Zeit strittig; die Ansätze schwanken zwischen der Zeit des Traian (M. Zink Eos II 327), der des Hadrian und Antoninus Pius (Woelfflin a. a. O. 44ff.), dem Anfange des 3. Jhdts. (Glaeser Rh. Mus. II 1843, 145f., der den Kaiser Macrinus, 217–18, für den Empfänger des Schriftchens hält) und der diocletianisch-constantinischen Epoche [1881] (v. Rohden a. a. O. 3, 3. A. Enmann Philol. Suppl. IV 495ff.). Der Text liegt sehr im Argen, da die einzige bekanntgewordene Hs., ein von Cl. Salmasius für seine editio princeps (Lugd. Bat. 1638 hinter Florus) benützter Codex Divionensis verschollen ist und wir auf eine von Salmasius angefertigte Abschrift dieser Hs. (jetzt in München, cod. Monac. lat. 10383) angewiesen sind; auf letzterer beruht die Ausgabe von E. Woelfflin, Lipsiae 1853 (hinter Halms Florus); mit Commentar von C. H. Tzschucke, Lipsiae 1793 (davon abhängig F. A. Beck, Lpz. 1826). Über Beiträge zur Textkritik s. den Jahresbericht von A. Eussner Philol. XXXVII 1877, 146–154; dazu noch E. Rohde Rh. Mus. XXXII 638ff. E. Woelfflin Herm. XVII 174f.