RE:Anigros

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2210
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Anigros (ὁ Ἄνιγρός), ein in südwestlicher Richtung vom Gebirge Lapithas herabfliessender Fluss Triphyliens, der früher den Namen Μινυήιος (Il. XI 722) geführt haben soll. Sein übelriechendes Wasser ernährt keine Fische, und auch die, welche ihm von seinem östlichen Seitenflusse Akidas zugeführt werden, sollen in ihm nicht mehr essbar sein. Im unteren Laufe sind seine Ufer ganz versumpft, seine Mündung an der Küste schon seit dem Altertum beträchtlich versandet. Nördlich von derselben, jenseits der grossen jetzt ‚See von Kaiaffa‘ genannten Lagune, bemerkt man noch jetzt in den schroffen südlichen Abhängen des Berges, welcher das alte Samikon trug, zwei Höhlen, in denen heilkräftige lauwarme Schwefelquellen entspringen; die eine derselben war im Altertum den Ἀνιγριάδες νύμφαι geweiht, Strab. VIII 346f. Paus. V 5, 7ff. 6, 3; vgl. Curtius Pelop. II 80ff.