RE:Arabicus sinus

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 362363
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Arabicus sinus (κόλπος Ἀραβικὸς oder Ἀράβιος) wird der Meerbusen genannt, der, vom indischen Ocean (mare rubrum, ἐρυθρὰ θάλασσα) ausgehend, Arabien von Ägypten trennt, also identisch ist mit dem heutigen roten Meer. Gelegentlich wurde der Name mare rubrum vom Ocean auf die beiden von ihm ausgehenden Meerbusen angewendet, den arabischen und persischen (Berger Fragm. d. Eratosth. 299). Den ältesten ionischen Geographen war der A. s. wahrscheinlich unbekannt (Berger Gesch. d. wissensch. Erdk. d. Gr. I 51). Die erste allerdings ungenaue Angabe findet sich bei Herodot II 11. Von der Zeit [363] der Ptolemaeer an erhielten die Griechen immer bessere Nachrichten, und so war Eratosthenes (bei Strab. XVI 767. Agath. 14) in den Stand gesetzt, ein in den Hauptzügen richtiges Bild zu entwerfen. Von Agatharchides stammt die nächste bekannte Beschreibung, die sowohl in einem directen Auszug des Photius (Geogr. gr. min. I 111f.) erhalten ist, als auch bei Diodor III 12f. und Strabon XVI 769f. durch die Vermittlung Artemidors. Strabon hat seinem Auszug noch Stücke aus anderen, unbekannten Quellen eingefügt; seine Absicht aber, Artemidor zu ergänzen, hat er nicht erreicht, da seine Zusätze, freilich ohne dass er es merkt, Stücke, die schon beschrieben sind, in etwas anderer Fassung zum zweitenmale behandeln. Eine reiche Sammlung von Nachrichten über den A. s. giebt Plin. n. h. VI 107. 163f., und kartographisch zusammenfassend Ptol. V 17. Ausserdem vgl. Pomp. Mela I 9. III 72f. Anon. peripl. mar. Erythr. (Geogr. gr. min. I 257f.). Marc. Heracl. per. max. ext. 7f. (Geogr. gr. min. I 521).

[Ruge.]