RE:Arabis 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 363–364
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Arabis. 1) Arabis (Arabios, Arbis), ein Fluss, der sich in den indischen Ocean ergiesst und die [364] Grenzscheide zwischen den zwei westlichsten indischen Völkern der Arabies und der Oreitai bildete, Arr. Ind. 21, 8. 22, 8; an. VI 23, 3. 4. Curt. IX 10, 6. Strab. XV 720. Plin. VI 97 u. a. Nach gewöhnlicher Annahme der heutige Puralli bei Sonmiâni im Bezirke Las-Beilâ von Belûčistân; nach Kieperts Karten jedoch vielmehr der heutige Habb, der nördlich vom Râs Muwâri (C. Monze) gegenüber der Felsinsel Čurnâ oder Cilnâ, in einer zwischen 10 und 3′ schwankenden Tiefe ausmündet, für welche Annahme die gewichtigsten topographischen Gründe sprechen; der indische Name des Habb scheint Aravî gelautet zu haben. Alexander hatte den im Sommer seicht gewordenen Fluss von Pattala aus in neun Tagmärschen erreicht; dann teilte er sein Heer und durchzog brandschatzend das Gebiet der Oreitai. Nearchos landete hinter dem Vorgebirge und der Felsinsel an der Münde des Habb, den er 40 Stadien aufwärts befuhr, um Trinkwasser zu holen, und erst nach einer Küstenfahrt von 830 Stadien landete er bei Kokala in der Nähe von Alexandreia Oreiton (Sonmiâni). Im Pinax des Ptol. VI 21, 2 hat der Arbis eine falsche Lage; die Fahrt ostwärts von der Münde bis Kolaka (Karâčî) müsste nach der Berechnung des Mathematikers Protagoras (Marcian. I 32) gegen 3000 Stadien betragen haben, während auf die Strecke von Arbis westwärts[WS 1] bis Badara (Gwâdar) nur 1600 Stadien entfielen! Überdies soll der Arbis seinen Lauf durch Drangiana nehmen - eine Verwechslung mit dem Etymandros! Ptolemaios VI 21, 5 setzt an die Münde die Stadt Arbis, ebenso spricht Iuba bei Plin. VI 97 von Arbis oppidum a Nearcho conditum (§ I 10 blos von einem portus Macedonum, in falscher Lage), während Arrians Auszug nichts darüber meldet. Die Ἄρβιτα ὄρη des Ptolemaios VI 21, 3. VII 1, 28 bezeichnen den meridionalen Zug der Hâlaberge und des Pabb (skr. parvata), der in den Lakkihügeln bei Râs Muwârî endet; doch giebt es auch einen Höhenzug Arbûî oder Hârbû in der Steppe nahe dem Lôra-Hâmûn. Das freie indische Volk der Ἀράβιες Arr. Ind. 21, 8. 22, 8. 10. 25, 3, Ἀραβῖται Arr. an. VI 24, 4 u. a. O., Ἄρβιες Strab. XV 720, Arbii Plin. VI 95. 110 oder Ἀρβῖται Diod. XVII 104, vgl. Ἀρβιτῶν κῶμαι Ptol. VI 21, 4, erscheint in indischen Schriftwerken neben Çudra, Bâdara, Mâkara, Pârada, Râtmaṭha, Kitava und Abhîra in der Form Ârava; es war offenbar ein Glied der dravidischen Aboriginer oder der straffhaarigen Aithiopes des Herodot. Ein Volk Arbae kennt Megasthenes bei Plin. VI 77 im südlichen Teil von Marusthala oberhalb Kaččha; vgl. überdies Arabastrae.

Nachträge und Berichtigungen

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Band S I (1903), Sp. 115
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S. 363, 67 zum Art. Arabis Nr. 1:

Die von Rost Untersuch. z. altorient. Gesch. 84 (Mitt. d. Vorderasiat. Ges. 1897, nr. 2) angeregte Identification der Ἀράβιες, Ἀραβῖται mit den in den assyrischen Keilinschriften als ‚Aribi des Ostens‘ charakterisierten medischen Nomadenstämmen ist sehr unwahrscheinlich; s. dagegen Streck Ztschr. f. Assyr. XV 354.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: wetwärts.