RE:Arganthonios

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 686
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Arganthonios (Ἀργανθώνιος), Fürst von Tartessos, berühmt durch das hohe Alter, das er erreicht haben soll. Nach Herodot (I 163), dem Plinius (n. h. VII 156) folgt, lebte er 120 Jahre, davon 80 als Herrscher. Anakreon (frg. 8) kannte einen König von Tartessos, der 150 Jahre lang regierte. Dieser wird von Strabon (III 151), Plinius (VII 154), Phlegon von Tralles (Μακρόβιοι 4) und Ps.-Lukian (Μακρόβιοι 10) mit Herodots A. identificiert. Dabei bemerken Phlegon und Ps.-Lukian nicht die Abweichung zwischen Herodot und Anakreon und behaupten, nach beiden habe A. 150 Jahre gelebt (vgl. Appian. Iber. 63). Silius Italicus (III 396–398) lässt es A. gar auf 300 Jahre bringen. Einen Menschen von besonders hohem Alter nannte man μακροβιώτερος Ἀργανθωνίου (Themist. or. 2, 38 a). Aus der Regierung des A. erzählt Herodot (a. a. O.), dass er die Phokaier bei ihrem Widerstande gegen Kyros unterstützte und dann starb, ehe die flüchtigen Phokaier in den Westen gelangten.