RE:Aristeides 27

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 896
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27) Christlicher Apologet, nach Euseb. h. e. IV 3, 3 Verfasser einer dem Kaiser Hadrian, also um 130, überreichten Schutzschrift zu Gunsten des Christentums. Eusebius scheint sie nicht selbst gesehen zu haben. Im Chronicon zum J. 8 (9) des Hadrian hat Eusebius die Überreichung dieser Apologie auch notiert und den Verfasser dort als athenischen Philosophen charakterisiert. Weiter reichen Hieronymus Kenntnisse auch nicht (vir. ill. 20); die Bemerkung, dass das Werk des A. dem Iustin zum Vorbilde gedient habe und aus lauter Sätzen der Philosophen zusammengesetzt gewesen sei, wird schwerlich besonderes Vertrauen verdienen. Das bisher von A. Bekannte war bei Routh Reliqu. sacr. I² 1846, 74. 76. 79ff. gedruckt, vgl. Harnack in Texte u. Untersuch. I 1, 1882, 100–114. Allein neuerdings ist nicht nur ein grösseres armenisches Fragment der Aristidesapologie von den Mechitaristen (beste Übersetzung von Himpel in Theol. Quartalschr. 1880; vgl. dazu F. Buecheler Rh. Muss. XXXV 1880, 279ff.) herausgegeben, sondern eine syrische Übersetzung des Ganzen gefunden, und auf Grund dessen festgestellt worden, dass der Roman ,Barlaam und Ioasaph‘ aus A. geschöpft hat. Das Werk ist aber nicht dem Hadrian, sondern seinem Nachfolger (138–161) gewidmet, und A. also schwerlich das Muster für Iustin. Die Texte haben mit gelehrten Beilagen ediert Rendel Harris und Arm. Robinson in Texts and Studies I 1, 1891 und E. Hennecke Texte und Untersuch. IV 3, 1893; eine deutsche Übersetzung aus dem Syrischen von R. Raabe ebd. IX 1, 1892; endlich R. Seeberg Die Apologie des A. untersucht und wiederhergestellt in Zahn Forschungen z. Gesch. d. neutestamentlichen Kanons V 1893, 161–437. Vgl. noch Harnack in Theol. Litt. Ztg. 1891 nr. 12f.