RE:Artemon 18

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
korrigiert  
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Band II,2 (1896), Sp. 14461447
Linkvorlage für WP   
* {{RE|II,2|1446|1447|Artemon 18|[[REAutor]]|RE:Artemon 18}}        

18) Aus Kassandreia, Grammatiker, schrieb περὶ βιβλίων συναγωγῆς (Athen. XII 515 e) und – als zweiten Teil dieser Schrift – in mindestens zwei Büchern περὶ βιβλίων χρήσεως, Athen. XV 694 a–c (Kaibel in der Ausgabe III p. 592, 2), worin er u. a. des Dikaiarchos Buch περὶ μουσικῶν ἀγώνων benutzte, Schol. Plut. Gorg. 451 E = Athen. XV 694 a (Scherer De Aelio Dionysio Musico, Diss. Bonn. 1886, 30), ausserdem περὶ τοῦ Διονυσιακοῦ συστήματος, wovon das erste Buch citiert wird, also mehrere existiert haben müssen (Athen. XIV 636 e. f nebst Kaibels Anmerkung. 637 b–f). Er schrieb nach Dionysios Skytobrachion. Mit diesem A. identificiert man öfters den A., der in den Pindarscholien einmal (zu Ol. II 16) Ἀρτέμων [1447] ὁ ἀπὸ Περγάμου, zweimal als Ἀρτέμων ὁ ἱστορικός (Pyth. I 1. 31) und öfters ohne nähere Bezeichnung angeführt wird (Ol. V 1; Pyth. III 48; Isthm. II 1). Dass die A.-Citate in den Pindarscholien alle demselben Manne gehören, ergiebt sich aus der Gleichartigkeit des Inhaltes: immer wird die Pindarstelle ἀφ’ ἱστορίας erklärt. Auch ist zu schliessen, dass er einen Commentar zu einigen (vielleicht nur zu den sicilischen) Gedichten des Pindar geschrieben hat. Gegen ihn polemisiert Menekrates (Schol. Pind. Ol. II 16), der Schüler es Aristarch, wodurch für die Zeit des A. ein Terminus ante quem gewonnen ist, der sich mit dem A. aus Kassandreia vertrüge. Auch die Differenz der Ethnika würde gegen die Identification nichts beweisen, da es nicht ohne Beispiel ist, dass ein und derselbe Mann sowohl nach seiner Vaterstadt als nach dem Orte, an dem er seine Ausbildung erhalten hat (Alexandreia, Pergamon, Rom) genannt wird, und mit Recht hat Kaibel (a. a. O. III p. 592, 1) darauf hingewiesen, dass in Pergamon eine bibliographische Schriftstellerei, wie sie für A. aus Kassandreia bezeugt ist, üblich gewesen ist. Trotzdem ist die Identification nicht gesichert. Ebensowenig lässt sich entscheiden, ob der A., der nach David zu Aristot. categ. 24 a 28 Brandis und nach Demetr. περὶ ἑρμην 223 die Briefe des Aristoteles in 8 Büchern sammelte, mit dem Pergamener oder dem A. aus Kassandreia identisch ist. Müller FHG IV 340ff. Brzoska De canone X orat., Diss. Bresl. 1883, 62.