RE:Asies

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 1579–1580
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Asies (Ἀσίης), im lydischen Stammbaum (s. Atys Nr. 1) Sohn des Kotys, Enkel des Manes (Herod. IV 45; bei Steph. Byz. s. Ἀσία Sohn des Lydos, ebenso Schol. Ven. B zu Hom. Il. II 461; nach Schol. Ven. A gab ihm Christodoros in seinen Λυδιακά eine Mutter Myio, nach andern heiratet er Penthesilea und zeugt mit ihr den Kaystros, der sich in Askalon mit Derketo vermählt und Vater der Semiramis wird — das sind ganz späte Phantastereien; Eustath. und Etym. Magn. s. Ἀσίῳ ἐν λειμῶνι schöpfen aus den Iliasscholien). Er ist der Eponymos des lydischen Stammes der Asier oder Ἀσιονεῖς (ion. bei Kallinos frg. 5. Ἠσιονεῖς bei Strab. XIII 627; daraus Steph. Byz. s. v.) in der unteren Kaystrosebene, dem Ἄσιος λειμῶν Il. II 460 (aus dem die Alexandriner [1580] thöricht genug eine Wiese des A. gemacht haben, indem sie Ἀσίω ἐν λειμῶνι für Ἀσίῳ lasen), der schliesslich dem ganzen östlichen Continent den Namen gegeben hat (durch ein Missverständnis leitet dann Eustath. ad Dion. perieg. 270 den Namen von einer Phyle Ἀσίας in Sardes ab). Später suchte sich auch die karische Grenzstadt Nysa den berühmten Namen anzueignen: nördlich vom Messogis lag auf ihrem Gebiet eine Festwiese mit dem Heroon des Kaystrios und des A. (Strab. XIV 650). Als Sohn des A. erscheint bei Steph. Byz. Ἄνωλος, der Eponym einer lydischen Stadt Anolos.