RE:Askra 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 1701
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Askra (gewöhnlich ἡ Ἄσκρη, s. Meineke zu Steph. Byz. Herodian. I 340. II 348 L.; zur Etymologie vgl. Hesych. ἄσκρα· δρῦς ἄκαρπος.

1) Kleine Stadt Boiotiens am Helikon, zum Gebiet von Thespiai gehörig, nach Hegesin. bei Paus. IX 29, 1 eine Gründung des Diokles und der Aloaden. Sie war hauptsächlich bekannt als Heimat des Dichters Hesiodos, der ihr allerdings kein günstiges Zeugnis ausstellt und besonders ein extremes Klima zuschreibt (Op. 639f.; vgl. Strab. IX 409. XIII 622. Schol. Procl. Hes. a. a. O. Plut. comm. Hes. 35. Nonn. Dion. XIII 75f. Vell. Pat. I 71. Ovid. ex P. IV 14, 31ff.). Gleichwohl war die Umgebung der Stadt reich an Getreide (Epigr. Paus. IX 38, 4) und Gemüsearten, wovon speciell der Mangold (τεῦτλον) gerühmt wird (Athen. I 4 d. Poll. VI 63). Von der Ortschaft selbst, die sich auf einer steilen, felsigen Anhöhe (Strab. a. a. O.) am Eingang des sog. Musenthales erhob und nach Plut. comm. Hes. 35 von den Thespiaeern zerstört wurde, war schon zur Zeit des Pausanias (IX 29, 2) nur mehr ein Turm übrig, welcher auch jetzt noch die Stelle bezeichnet. Vgl. noch Il. II 507 (wo Zenodot Ἄσκρην statt Ἄρνην lesen wollte, vgl. Strab. IX 413). Hermesianax bei Athen. XIII 597 d. Strab. XIII 423. Plut. vit. Hom. 2. Vib. Sequ. (montes). CIG III 6058. IGS I 1883 (Kaibel Ep. 497). A. und Ascraeus häufig bei römischen Dichtern. Leake North. Gr. II 491. Ulrichs Reisen II 94f. K. O. Müller Orchomenos² 83. 374. 382f. 471. Bursian Geogr. I 237.