RE:Atesis

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 19241925
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Atesis (so ohne Aspiration Plin. III 121. Tab. Peut. Vib. Sequester p. 2 Burs.; viele gute Codd. bei Vergil. Aen. IX 681, als Variante auch bei Serv. Aen. a. a. O. Claud. de VI cons. Honor. 196. 209; carm. min. 25, 106; Fescennin. II 11; Ἀτησῖνος Strab. IV 207; dagegen Athesis die Hs. bei Sil. Ital. VIII 596; in der Inschrift CIL V 3348 sind die Worte TRANS ATHesim modern überarbeitet; vgl. Nissen Ital. Landesk. 192), jetzt Etsch (Adige), entspringt am Reschen in 1447 m. Meereshöhe, nimmt von links den Isarcus (Eisack) auf, wird schiffbar bei Verona, durchströmt die oberitalische Ebene und mündet nördlich vom Padus, mit dem er durch Canäle verbunden ist, ins adriatische Meer. In antiker Zeit floss er, statt bei Albaredo (südlich von Verona) nach Süden umzubiegen, südöstlich weiter, bei Ateste vorbei. Das antike Flussbett war in den sog. Lupie zwischen Montagnana und Saletto (östlich von Este) noch im vorigen Jahrhundert meilenlang erkennbar (Alessi Ricerche delle antichita di Este, Padova 1776, 4–5). Die Änderung des Laufes erfolgte möglicherweise durch die grosse Flut von 589 (Paul. Diac. hist. Lang. III 23). Seine Länge beträgt 410 km., sein Stromgebiet ca. 22400 qkm. Genannt auch bei Liv. epit. 68. [1925] Flor. III 3 (I 37). Ennod. Panegyr. Theodor. 11. Cassiod. var. III 48. S. Nissen Ital. Landesk. 192–194; vgl. auch Atison.