RE:Bezabde

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,1 (1897), Sp. 378–379
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Bezabde (aramaeisch Bê Zabdai ,Haus des Zebedaeus‘), feste Stadt in Mesopotamien am westlichen Ufer des Tigris unterhalb Amid; nach ihr heissen die Bewohner des Gebietes Zabdiceni (die auffällige Endung -iceni geht – durch das Aramaeische – wahrscheinlich mittelbar auf die persische Endung îk zurück; vgl. ebenso im Syrischen Garmekâjâ von Bêth Garmû). Es wurde von Sapor I. erobert (Amm. Marcell. XX 7, 1), von Constantius vergeblich belagert (XX 11, 6) und von Iovianus beim Friedensschlusse an die Perser abgetreten (Amm. Marc. XXV 7, 9. Zosim. III 31). [379] Bei Sozom. hist. eccl. II 13 Ζαβδαῖον χωρίον (arabisch Bâzabdâ Iâḳût Geogr. Wörtb. I 266; syrisch Bêt Zabdai). Jetzt Ǵezîre ibn ʿUmar; vgl. Moltke Briefe üb. Zust. u. Beg. i. d. Türk. (Gesamm. Schr. VIII) 251. Sachau Reise in Syr. u. Mesopot. 379. G. Hoffmann Ausz. aus syr. Akten pers. Märtyrer 24 Not 177.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S I (1903), Sp. 250
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     S. 378, 57 zum Art. Bezabde:

Die Frage über die Lage von B. hat neuerdings M. Hartmann Bohtân (= Mitt. d. Vorderasiat. Gesell. 1896 nr. 1. 1897 nr. 2) 33ff. 98ff. eingehend erörtert. Hartmann will nachweisen, dass B. nicht die Stelle des heutigen Ǵezîre ibn Umar einnehme, wohl aber in dessen Nachbarschaft, und zwar am östlichen Tigrisufer zu suchen sei. Ihm pflichtet J. Marquart Erānšahr (= Abh. d. Gött. Ges. d. Wiss. N. F. III nr. 2) 158 bei. Vgl. aber gegen diesen Ansatz Nöldeke Festschr. f. Kiepert 76ff., der für die alte Localisierung von B. am westlichen Tigrisufer eintritt. Ammian. Marc. XX 7, 1 zufolge führte B. früher, jedenfalls nur vorübergehend, den Namen Phaenicha (var. Phinicha), s. dazu Fr. Tuch ZDMG I 58. Man hat mit B. bisher meist das Σάπφη des Ptolemaios und das Σαφά bei Plut. Lucull. 22 combiniert. Hartmann setzt letztere beide dem Thilsaphata des Ammian. Marc. XXV 8, 16 gleich und sucht dieses, Moltkes Brief. über Zust. in d. Türk. 255 folgend, in dem heutigen Čillagha, ca. 50 km. östlich von Nisibis. Doch bleibt immerhin noch die Möglichkeit einer Gleichung Σάπφη – Σαφά = Bezabde bestehen. S. auch den Art. Thilsaphata. Zum Namen B. vgl. Hartmann a. a. O. 101 und ausserdem Μαζαβδάν, die frühere Benennung von Laodicea ,am Meere‘ (Malal. Chron. p. 203 Bonn.).