RE:Chairon 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,2 (1899), Sp. 2031–2032
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Chairon. 1) Χαίρων ἱπποδάμος eponymer Heros der boiotischen Stadt Chaironeia, Sohn der schönen mondlichtähnlichen Thero und des Apollon, durch Thero Enkel des Phylas und der thespischen Iolaostochter Leipephile, Hesiod. Grosse Ehoien frg. 148 Ki. aus Paus. IX 40, 5. Das angebliche Hekataiosfragment 87, FHG I 6 beruht auf falscher Lesung und Abteilung (s. Meineke zu Steph. Byz. s. Χαιρώνεια). Aber Hellanikos Herapriesterinnen II frg. 49 aus Steph. Byz. a. O. hat das Stemma Ch.-Apollon-Thera aus Hesiodos entnommen und nennt Ch. Gründer seiner Stadt wie der Boioter Aristophanes, Boiotika II frg. 2 aus Steph. Byz. a. O., FHG IV 338. Der eingeborene Chaironeier Plutarchos, der seinen eigenen Sohn nach dem mythischen Stadtgründer nannte, [2032] nennt die Mutter des Ch. und Geliebte Apollons vielmehr nach dem Apollon Thurios des nahegelegenen Thurion Θουρώ (Sull. 17) und weiss, dass er ursprünglich die Stadt nach Osten offen angelegt hatte, während sie später gegen Abend lag und der Sonne von Parnassos her ausgesetzt war (de curiositate 1 mit O. Müller Orch.² 79, 4). Fick Etymologie vom Ch. aus Χαιρεφῶν (Gr. Eigenn.² 280) erhält auf diesen Stadteponymen keine Anwendung. Hier ,sind die Genealogieen von Thespiai mit denen der Ortschaft Hippotes und Chaironeia vermählt‘, Ο. Müller Orch.² 143 (denn Hippotes ist Bruder der Thuro). Studniczka (Kyrene 148f.) setzt den Ch. dem sardinischen Aristaios-Sohne Charmos gleich und betrachtet beide als heroische Erscheinungsformen des Apollon selbst, den Pindaros ein ἀνδράσι χάρμα φίλοις nenne.