RE:Constantinus 14

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Rhodios, Secretis am Hof des Constantinus Porphyrogennetos
Band IV,1 (1900) Sp. 10321033
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14) C. Ῥόδιος, zuerst im J. 911 von Georgios Mon. V 6 p. 793 Mur. als Notar des Samonas erwähnt, im J. 927 nach demselben (V 10 p. 831 Mur.) βασιλικὸς κληρικός (vgl. Wolters Rh. Mus. XXXVIII 118), endlich zu der Stellung des a secretis am Hofe des C. Porphyrogennetos emporgestiegen. In letzterer verfasste er eine Beschreibung der Apostelkirche zu Byzanz in 981 Trimetern, welche von E. Legrand in der Revue des Études gr. 1896, 32ff. nach einer Hs. vom Athos recht fehlerhaft publiciert und von Theod. Reinach mit einem archaeologischen Commentar versehen ist (über andere mir nicht zugängliche Ausgaben vgl. Krumbacher Gesch. d. byz. Litt.² 723ff. und o. S. 993). Das Gedicht ist, wie schon andere vor ihm, auf einen [1033] Auftrag des Kaisers in höchster Schnelligkeit hingeworfen und scheint unvollständig (es bricht in der Beschreibung des einen Mosaiks mitten in der Rede der Maria unter dem Kreuz ab). Auch zu Anfang scheinen verschiedene Entwürfe durcheinander gemengt. Nach einem akrostichischen Prooemium v. 1–18 beschreiben 19–254 zunächst die Wunder Constantinopels; die v. 255–422 bilden die Einleitung eines Gedichtes, welches hiervon unabhängig sowohl die Apostelkirche, wie die Hagia Sophia beschreiben sollte (vgl. die Wiederholungen v. 43 = 366, v. 45 = 367), 423–981 endlich mit neuem Titel und neuer Einleitung geben die Beschreibung der Apostelkirche, sicher zum Teil nach litterarischen Quellen. Die Darstellung ist in dem technischen Teil breit und unklar, die Sprache geziert, aber eintönig, das Ganze nur durch einige sachliche Angaben und die Übereinstimmungen mit Kedrenos, welche dessen Quelle erkennen lassen, interessant. Als Zeit der Abfassung hat Reinach 931–944 bestimmt. Ähnlich unbedeutend waren die Jugendwerke des C., von welchen in der Anth. Pal. XV 15–17 drei Epigramme erhalten sind. Einige iambische Schimpfgedichte mit unflätigen und thörichten Nachahmungen des Aristophanes bietet Matranga Anecd. gr. II 624–632.