RE:Daktylos 3

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,2 (1901), Sp. 2020–2021
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3) Δάκτυλος bedeutet in dem von den Gliedern des menschlichen Körpers abgeleiteten Systeme der griechischen Längenmasse den vierten Teil der Handbreite (παλαιστή) = 1/12 σπιθαμή = 1/16 Fuss = 1/24 Elle. Er galt als die kleinste Einheit der Masse, weshalb noch kleinere Strecken, die etwa zu messen oder zu berechnen waren, als Teile des (δ. bezeichnet wurden. Soranos περὶ ἐτυμολογιῶν τοῦ σώματος ἀνθρώπου in Orionis Etymol. 130, 4 Sturz. Poll. II 157. Fragm. Greaves., Heronische und andere metrologische Tafeln an den im Index zu den Metrologici script. nachgewiesenen Stellen. Hultsch Metrologie² 28f. Archimedes hat in seinem ψαμμίτης dem Durchmesser eines Mohnkornes 1/40 δ. gegeben; da er aber auf einen solchen kugelförmigen Körper 10 000 kleinste Sandkörner rechnete, so setzte er für ein Sandkorn einen Durchmesser von nahezu 1/862 δ., d. i. etwa 0,022 mm. voraus (denn es ist = 21,5443, und davon das 40fache nahezu = 862). Von diesem minimalen Masse aus hat er dann sein System der Sandzahlen aufgebaut, deren jede der Reihe nach grösser ist als die Zahlen von Sandkörnern, welche Kugeln im Durchmesser von 1, 100, 10 000 Daktylen, von 1, 100, 10 000 Stadien u. s. f. füllen würden. Archim. op. II 264, 22–266, 8. 274ff. Heib., vgl. o. Archimedes § 7. Das Mass des δ. lässt sich ebensowenig mit Sicherheit bestimmen [2021] wie das der verschiedenen griechischen Fuss- und Ellenmassstäbe; man muss sich begnügen, es einzuschliessen zwischen den Grenzen von 22 mm. (= 1/24 der königlichen ägyptischen, von den Ptolemaeern beibehaltenen Elle) und 18,5 mm. (= 1/16 des Fusses von 296 mm., der als römischer Fuss bekannt ist). Ausser dem Längenmasse, εὐθυμετρικὸς δ., kommen vor das davon abgeleitete Flächenmass, ἐπίπεδος oder ἐμβαδικός oder ἐμβαδομετρικὸς δ., und das Kubikmass, στερεὸς δ.; Heron εἰσαγωγαὶ τῶν στερεομ. in Heronis geom. 161, 9 Hultsch. Didymos μέτρα μαρμάρων ebd. 241, 18–23. Οὐγκιασμὸς ὕδατος in den Heronischen μετρήσεις ebd. 195, 4–16, vgl. Tannery Rev. archéol. 1885 II 365f.