RE:Deïphobe

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,2 (1901), Sp. 2404
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Deïphobe heisst die kymaeische Sibylle bei Verg. Aen. VI 35, der diesen Namen wahrscheinlich selbst erfunden hat; ihr Vater heisst Glaucus. Die kymaeische Sibylle wird sonst Demophile (Demo), Herophile, Amalthea oder Taraxandra (s. u. Sibyllen) genannt. In der Liste der Sibyllen erscheint die vergilische D. in der Tübinger θεοσοφία (K. Buresch Klaros 1889, 120, 15), dem Anonymus zu den Or. Sibyll. 4, 35 Rzach und dem aus dem Anonymus schöpfenden Schol. Plat. Phaedr. p. 244 b. Nach Joh. Geffckens mir brieflich mitgeteilten Untersuchungen ist der Anonymus von der θεοσοφία abhängig und stammt aus frühbyzantinischer Zeit (6.-7. Jhdt.). E. Maass hatte als Quelle der Liste des Anonymus Penestella angenommen (De Sibyllarum indicibus, Greifswalder Dissertat. 1879, 40), wogegen sich schon K. Buresch a. a. O. 121 mit Recht gewandt hat. Woher die Sibyllenliste der θεοσοφία in letzter Instanz stammt, ist also noch nicht aufgeklärt. Varro ist ganz unwahrscheinlich.