RE:Dichalkon

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,1 (1903), Sp. 356357
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Dichalkon (δίχαλκον), von Poll. IX 65 als δύο χαλκοῖ erklärt und dem Viertel des Obolos gleichgestellt. Wenn Vitruv. III 1, 7 quadrantes obolorum, quae alii dichalca, nonnulli trichalca dicunt, erwähnt, so weist er damit auf den Unterschied hin, der zwischen der Teilungsweise des attischen und des aeginaeischen Obolos bestand. Ersterer zerfiel in acht Chalkus (s. d.). In der Blütezeit Athens und später bis zu Alexanders Tod erstreckte sich die Silberprägung bis auf das Achtel des Obolos (Poole Catalogue of Greek Coins, Attica 6ff. 13ff. 19 Anm.). Daneben treten in der Epoche von 430–322 und in weit reichlicheren Massen unter makedonischer und römischer Herrschaft Kupfermünzen auf, unter denen gewiss auch das D. als gleichwertig mit dem seit 322 nicht mehr ausgeprägten silbernen τεταρτημόριον sich befunden hat (Poole a. a. O. 20ff. 78ff. Hultsch Metrol.² 227ff.). Das trichalcon bei Vitruv ist das Viertel des aeginaeischen Obolos, auf dessen Duodecimalteilung aus boiotischen und phokischen Inschriften zu schliessen ist (Hultsch Jahrb. f. class. Philol. 1892, 24f.). Als Viertel des attischen Obolos erscheint das D. auch [487] bei Hesych., Photios, Suidas und im Etym. M. s. ταρτημόριον (vgl. ebd. τεταρτημόριον), als kleine Kupfermünze, im Werte von 3 Pfennig (Metrol. 234) bei Lukill. Anth. Pal. XI 165.

Nach dem römisch-attischen Gewichtsystem der Kaiserzeit zerfiel der Obolos in 3 κεράτια, siliquae; ausserdem gab es χαλκοῖ als Achtel oder Sechstel, nach minder zuverlässigen Quellen auch als Viertel oder Drittel des Obolos (s. die Nachweise Metrol. script. II 224f. 234). Dem Chalkusgewichte = ⅛ Obolos trat zur Seite das D. = ¼ Obolos = 0,14 g. bei Dioskor. π. ὕλης ἰατρικῆς IV 152 (Med. Graec. XXV 638 Kühn): ἡ δὲ τελεία (ἐλατηρίου) πόσις ὀβολός, ἡ δ’ ἐλαχίστη ἡμιωβόλιον, παιδίοις δὲ δίχαλκον.