RE:Dumopireti

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S V (1931), Sp. 182183
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Dumopireti. Kultverein, bekannt aus einer von Kazarow Arch. Anz. 1927, 342 veröffentlichten und von Deubner Arch. Jahrb. XLIV 132 besprochenen Inschrift aus Novae in Moesia inferior. In ihr weiht ein Priester der Göttermutter dendroforis et dumopiretis ein Relief, auf dem Kybele und der μέγας θεός von Odessos dargestellt sind. Deubner deutet das Wort als [183] eine Zusammensetzung aus δοῦμος und πύραιθοι (s. d.). δοῦμος (gewiß ein ungriechisches Wort) ist eine Bezeichnung für einen Kultverein, die außer bei Philodem. Anth. Pal. VII 222 dreimal auf Inschriften vorkommt (zweimal in Lydien, einmal in Serdica). Sie findet sich gerade im Zusammenhange mit der Göttermutter; von der Hetäre, auf die des Philodemos Grabgedicht geht, heißt es ᾗ καλύβη καὶ δοῦμος (vg. δοῦπος) ἐνέπρεπεν, ᾗ φιλοπαίγμων στωμυλίη, μήτηρ ἣν ἐφίλησε θεῶν, und sie wird ausdrücklich als φιλόβακχος bezeichnet, was an die überwiegend gesellige Bedeutung mancher Thiasio erinnern mag (s. o. Bd. IX S. 1830 und über die Bedeutung der bakchischen Mysterien v. Wilamowitz Stud. Ital. N. S. VII 89). Die persischen Feuerzünder aber hatten sich von Kommagene aus weit verbreitet (s. z. B. auch Kroll De orac. Chaldaicis 68); nun haben wir einen sicheren Beleg für ihr Vordringen bis nach Thrakien. Vgl. den Art. Mazdaismus (Suppl.-Bd. V) und Μithras.