RE:Emissarium

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,2 (1905), Sp. 2497
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Emissarium ist ein Kanal oder ein Tunnel zur Ableitung des Wassers aus einem künstlichen oder natürlichen Becken, wie dergleichen in der Industrie (beim Bergbau in Spanien, Plin. n. h. XXXIII 75) oder zur Entwässerung in kleinerem (Cic. ad fam. XVI 18) oder größerem Maßstabe auch schon im Altertum, und zwar ähnlich wie die Kanäle und Tunnels für Wasserleitungen (s. Cuniculi) angelegt wurden, so daß man alte Leitungen wie den Siloah-Tunnel in Jerusalem (s. Perrot-Chipiez Histoire de l'art IV 414ff.) oder den des Eupalinos auf Samos mit den Emissaren in Parallele stellen kann. Berühmt sind die Versuche, den Kopaissee durch ein solches E. statt durch die natürlichen Katavothren zu entwässern; in Italien hat man schon in alter Zeit den Albanus lacus (s. d.) durch ein unterirdisches E. abgelassen oder reguliert und zur Bewässerung ausgenutzt, aber den Lacus Fucinus so abzulassen, war in der Kaiserzeit nur unvollkommen gelungen. Daremberg-Saglio Dict. II 579ff. Vgl. Durm Die Baustile II 35.