RE:Juda

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IX,2 (1916), Sp. 23982399
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Juda (יהודהJehuda; bei den LXX, in den alttestamentl. Apokryphen und im Neuen Testament Ιούδα), ist nach der genealogischen Legende des Alten Testaments der vierte Sohn Jakobs und der Lea, Gen. 29, 35 u. ö., der fiktive Ahnherr des historischen Stammes Juda. Die Begründung des Namens durch הודה‎ ‚preisen‘ (Gen. 29, 35. 49, 8) wird volkstümlich sein. Procksch Genesis 1913, 171 möchte an eine Zusammensetzung von יהו‎ und ודה‎ ‚Jahwe führt‘ denken. In der jüngeren und jüngsten Überlieferung des Hexateuchs [2399] hat J. von vornherein ein numerisches Übergewicht über die Bruderstämme schon seit dem Auszug aus Ägypten gehabt, Num. 1, 27. In Wirklichkeit ist aber J. einer der jüngsten ,Stämme‘ Israels. In der alten Erzählung Genes. 38 ist die Erinnerung erhalten, daß J. erst durch Verschmelzung mit kananitischen Sippen lebenskräftig wurde. Als solche durch Vermischung mit den Kananitern entstandene jüdische Geschlechter werden genannt Ger und Onan (die früh untergingen) und Sela; Hauptgeschlechter sind Perez und Serach. 1. Chron. 2, 3ff. stammte David vom Geschlecht Perez, das nach 1. Sam. 16ff. sein Zentrum in Bethlehem hatte. Vermutlich ist der ,Stamm‘ J., den das Deboralied Richt. 5 nicht kennt, erst durch David geschaffen worden. Von Ziklag aus bewirkte David eine Einigung der ‚Judäer‘ mit den Kalebitern, 1. Sam. 30, 14. Wirklich aufgegangen ist Kaleb in J. erst zur Zeit des sog. Priesterkodex, Num. 13, 6. In der Eroberungssage Richt. 1, 13ff. Jos. 14, 6ff. tritt daher Kaleb neben J. David machte das im kalebitischen Gebiet gelegene Hebron zum Mittelpunkt des von ihm geschaffenen südpalästinischen Reiches, das den Namen ,Juda‘ führte, in Anerkennung dessen, daß die Judäer den hervorragendsten Anteil an dieser Neugründung hatten. Durch David wurde dann der Stamm J. näher mit ‚Israel‘ zusammengebracht, indem David das von Saul beherrschte ‚Israel‘ sich unterwarf. Während 2. Sam. 19, 44 J. noch als Bruder Israels gilt, ist sonst bekanntlich J. einer der Söhne Israels (= Jakob); das erklärt sich daraus, daß J. unter den Nachfolgern Davids abhängig von Israel (= Jakob) wurde, vgl. Deut. 33, 7. Im übrigen s. Juda und Israel.

[Beer.]