RE:Kapersburg

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band X,2 (1919), Sp. 1891
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Kapersburg heißen (nachweislich seit 1482) die Reste eines römischen Kastells des obergermanischen Limes im Taunus, nordöstlich von der ,Saalburg‘, südwestlich von Friedberg. Es war ursprünglich ein Erdkastell, über welchem nachher ein größeres, später erneuertes und erweitertes Steinkastell entstand. Hier sind u. a. gefunden ein Steinbild des Genius mit Weihinschrift Genio veredariorum n(umeri) usw. und ein Steinbild der zwischen Pferden sitzenden Epona mit Weihinschrift (s. o. Bd. VI S. 230. 236), beide aus der Zeit nach 150 n. Chr. (CIL XIII 7439. 7438). CIL XIII 2, 1 p. 447–449 und 4 p. 125. ORL II B nr. 12 (Liefg. 27, 1906). Das ältere Steinkastell aus der Mitte des 2. Jhdts. war umwehrt von einer doppelten Steinmauer ohne Mörtel, deren Zwischenraum mit Erde ausgefüllt und die mit Holzbalken verankert war. Es ist diese den von Caes. bell. Gall. VII 23 beschriebenen gallischen Festungsmauern entsprechende Befestigung überhaupt dem zweiten Zeitabschnitt der Limes-Anlagen eigentümlich. Das jüngere, erweiterte Steinkastell, ein massiver Steinbau aus dem 2. Jahrzehnt des 3. Jhdts. hatte eine Grundfläche von rund 16 000 bezw. 15 200 qm, seine beiden Achsen waren 134,4 und 122,4 m lang. Dieses Kastell, nahezu doppelt so groß wie die allererste Anlage, das Erdkastell, hatte als Besatzung einen Numerus, den n(umerus) N(idensium), wie in zwei Inschriften zu ergänzen sein wird (vgl. ORL a. a. O. 19. 33). Von den Innenbauten ist einer durch eine Bauinschrift als horreum bezeugt (a. a. O. 13. 32–33. CIL XIII 7441).