RE:Korax 4

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XI,2 (1922), Sp. 1381
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4) Κόραξ ‚Rabe‘ wurde eine zur Erstürmung von Festungsmauern verwendete Fallbrücke genannt (Athen. 10 W. Vitruv. X 19), die der bei Polybios VIII 6 beschriebenen σαμβύκη ähnlich war. Die Brücke war hinten in einer gewissen Höhe an einer senkrecht stehenden Holzsäule befestigt, auf deren Sprossen zu ihr emporgestiegen werden mußte. Mittels Tauen konnte ihr Vorderteil gehoben und niedergelassen werden. Auch die ähnlich konstruierte Enterbrücke, die der römische Konsul Duilius in der Seeschlacht bei Mylae verwendete, nennt Polybios κ. Sie war auf dem Vorderteil der Schiffe angebracht und an ihrem vorderen Ende mit einer spitzen eisernen Hacke, die in das feindliche Schiff einschlug und es festhielt, und an ihren Seiten mit einem kniehohen Geländer versehen, auf das man zum Schutze gegen die feindlichen Geschosse die Schilde aufsetzte, über das man aber auch leicht hinüberspringen konnte, wenn sich die Schiffe an einer der Bordseiten aneinandergelegt hatten. Zwei Mann konnten auf ihr nebeneinander stehen und zu gleicher Zeit nach vorn auf das feindliche Schiff gelangen. Sie konnte wahrscheinlich um die sie tragende Säule oder mit dieser zusammen gedreht werden und infolgedessen den Bewegungen des feindlichen Schiffes auch seitwärts folgen (Polyb. I 22, 3f. Der Sinn der Worte (§ 8): ποτὲ μὲν κατὰ πρῶρραν, ποτὲ δ’ ἀντιπεριάγοντες τὰς ἐκ τῶν πλαγίων προσπιπτούσας ἐμβολάς ist unklar).