RE:Kypsela

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XII,1 (1924), Sp. 117–118
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Kypsela (τὰ Κύψελα). Stadt in Thrakien am Rande des tertiären Hügellandes gegen die breite Talmündung des Hebros, 36 km oberhalb der Mündung, Ptolem. III 11, 7 S. 489 Müll. Strab. VII 330 frg. 48, wo diese Entfernung zu gering mit 120 Stadien bemessen ist, Artemid. ebd. 57. Nach Pol. XXXIV 12, 20 bei Strab. VII 322 endigte hier die eigentliche Via Egnatia, s. o. Bd. V S. 1988ff. Tafel Via Egnatia or. 57f. Strab. VII 330 frg. 10 schiebt bis K. die Ostgrenze Makedoniens vor und läßt frg. 48 hier das Land der Odrysen beginnen. Es scheint eine weitläufige thrakische Siedlung gewesen zu sein, da Mela II 2, 24 von ingens aliquando Cypsela spricht. Plin. IV 43 oppida Cypsela usw. Serv. Aen. I 321 (Hebrus) ante muros Cypsalae civitatis. Das älteste Zeugnis für die Stadt sind Münzen von etwa 400–350 v. Chr mit der Legende [118] ΚΥΨΕ, Head HN 222. In diese Zeit führt auch das Bruchstück einer Komödie des Damoxenos bei Athen. XI 469 a ἐν Κυψέλοις = III 348 Kock, s. o. Bd. IV S. 2082. Um 260 v. Chr. fällt die Eroberung durch Antiochos II. von Syrien, Polyaen. IV 16. Droysen Hellenismus III 1, 316f. S. o. Bd. I S. 2455[WS 1]. Im J. 200 wurde K. durch Philipp V. von Makedonien besetzt, Liv. XXXI 16, 4, und 189 v. Chr. fand dort ein Überfall der Thraker auf den mit reicher Beute aus Kleinasien heimkehrenden cos. Cn. Manlius Vulso statt, Liv. XXXVIII 40, 5. Die dort geschilderte 10 Milien lange via silvestris angusta confragosa scheint sich auf die wohl mit Auwäldern und Gebüsch bestandene Niederung des Hebros zu beziehen. Sulla in K. im J. 84, Appian. Mithr. 56. In den Itineraren der Kaiserzeit erscheint der Name K. mit der schon bei Mela überlieferten Abschwächung des Anlautes Gypsala, Itin. Ant. 332; Gipsila Itin. Hier. 602. Doch bewahren die Bischofslisten und die Byzantiner die alte Schreibweise, τὰ Κύψελα Nil. Dox. 346, ὁ Κυψέλων Not. ep. VI 69. VIII 69, τὰ Κύψελλα II 95. X 105. XI 128, τὰ Κύψαλα Nova Tact. bei Georg. Cypr. 1182 Gelz., ὁ Κυψάλων Not. ep. I 64 = Basil. bei Georg. Cypr. 64, ὁ Κυμψάλων, VII 64. Letztere an das Neugriechische anklingende Schreibung auch bei Konst. Porph. cerim. II 54 und in Gesta Tancredi 10 Chympsala oppidum nach Tafel. Bei byzantinischen Historikern des 12. und 13. Jhdts. wird K. meist in der Form Κύψελλα genannt, Anna Komn. VII 6. Io. Kinnam. IV 22. Niket. Akom. 363. 482. 592. 665. 685. 735. Ephraem 6240. 6947. Nikeph. Gr. VII 4 S. 229 Bonn. bezeichnet K. um 1300 als πολίχνιον. An dem Verfall dürfte das ungesunde Klima der Flußniederung wesentlichen Anteil gehabt haben. Der türkische Geograph Hadschi Chalfa († 1658) beschreibt Ipsala als ‚Ort ohne Mauern – mit Moscheen, Bädern und vielen Gärten‘, s. J. Hammer Rumeli und Bosna 64f. Noch jetzt heißt der Ort Ibsala oder Ipsala, eine Form, zu der die spätlateinische (s. o.) und das bei Steph. Byz. bezeugte Ὑψηλῖται – κατοικία Θρᾴκης den Übergang vermitteln. F. Schaffer Landesk. v. Thrakien (Saraj. 1918) 45. 57. 77 bemerkt, daß der Ort ‚schon vor Jahren infolge des mörderischen Klimas großenteils entvölkert war und in Ruinen lag‘.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Bd. IV