RE:Meliton 4

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XV,1 (1931), Sp. [1931 553]–554
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4) Bischof von Sardes, ist ein bedeutender und fruchtbarer Schriftsteller der Antoninenzeit gewesen, dessen Werke aber sämtlich verlorengegangen sind. Eusebius hat in seiner Bibliothek zu Kaisareia noch eine stattliche Reihe von seinen Schriften gehabt und gibt hist. eccl. IV 26 einen Katalog: τὰ Περὶ τοῦ πάσχα δύο καὶ τὸ Περὶ πολιτείος καὶ προφητῶν καὶ ὁ Περὶ ἐκκλησίας καὶ ὁ Περὶ κυριακῆς λόγος, ἔτι δὲ ὁ Περὶ πίστεως ἀνθρώπου καὶ ὁ Περὶ πλάσεως καὶ ὁ Περὶ ὑπακοῆς πίστεως αἰσθητηρίων, καὶ πρὸς τούτοις ὁ Περὶ ψυχῆς καὶ σώματος ἢ νοὸς (= ημενοις) καὶ ὁ Περὶ λουτροῦ καὶ περὶ ἀληθείας καὶ περὶ πίστεως καὶ γενέσεως Χριστοῦ καὶ λόγος αὐτοῦ προφητείας καὶ περὶ ψυχῆς καὶ σώματος (sind das von Περὶ λουτροῦ an lauter Kapitelüberschriften eines einzigen Werkes oder selbständige Bücher?) καὶ ὁ Περὶ φιλοξενίας καὶ ἡ Κλεὶς καὶ τὰ Περὶ τοῦ διαβόλου καὶ τῆς Ἀποκαλύψεως Ἰωάννου καὶ ὁ Περὶ ἐνσωμάτου θεοῦ, ἐπὶ πᾶσι καὶ τὸ πρὸς Ἀντωνῖνον βιβλίδιον. Er bringt dann ein Fragment aus dem Werk περὶ τοῦ πάσχα (IV 26, 3) und die Zitate aus der Apologie (πρὸς τὸν αὐτοκράτορα sc. Ἀντωνῖνον) 26, 4-11 und fügt schließlich ein wertvolles Verzeichnis des alttestamentlichen Kanons aus den Ἐκλογαί hinzu (26, 12-14): dies Werk war ein in 6 Bücher eingeteiltes Florileg alttestamentlicher Sprüche. Diese Eusebstelle ist die Hauptquelle unseres Wissens. Aus früherer Zeit haben wir ein paar Erwähnungen seines Namens (bei Euseb. hist. eccl. IV 26, 4. V 24, 5. 28, 5. VI 13, 9. Tertullian bei Hieron. vir. inl. 24. Orig. t. 8, 49. t. 11 411 Lommatzsch), aus späterer vier Zitate in der Genesiscatene sind Fragmente bei Anastasius Sinaita und in der Osterchronik, dazu noch ein paar syrisch erhaltene Fragmente. Eine vollständige Übersicht über das Erhaltene und seine Überlieferung gibt Harnack Gesch. d. altchristl. Lit I 246-255. Unecht (aber alt und nicht aus dem Griechischen übersetzt) ist die syrisch unter seinem Namen überlieferte Apologie, die Cureton Spicilegium Syriac. 1855 zuerst edierte (auch bei Pitra Spicileg. Solesmense II und bei Otto Corpus Apologetarum IX mit lat Übersetz.), während die von Pitra Analecta Sacra 2, 6-127 edierte lat. Clavis dem Mittelalter entstammt.

Literatur: Sammlung der Testimonien und Pragmente bei Routh Reliquiae sacrae² (1846) [554] 1, 111-153 und Otto Corpus Apologetarum IX (1872) 374-512. Die griechischen Fragmente auch bei Edgar J. Goodspeed Die ältesten Apologeten (1914) 806-313. A. Harnack Gesch. der altchristl. Literatur I (1893) 246-255 und Texte und Untersuch. I 1, 240ff. O. Bardenhewer Gesch. d. altkirchl. Literatur I² (1913) 455-465. (Christ-) O. Stählin Griech. Literaturgesch.⁶ (1921) 1297-1299.