RE:Nabuzardan

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XVI,2 (1935), Sp. 1495–1496
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Nabuzardan (so Vulg.), hebr. Něbūzar’ǎdān, LXX Ναβουζαρδάν (indecl.), Joseph. ant. X 144–149. 155-159. 172 Ναβουζαρδάνης, bab. Nabūzēr-iddin (‚Nabū hat Samen, d. i. Nachkommenschaft, gegeben‘). N. war am Hofe des Königs Nebukadnezar ‚Oberbäcker‘, wobei zu beachten ist, daß in der neubabylonischen Beamtenhierarchie Funktion und Titel ebenso auseinander gefallen waren, wie etwa im Deutschen Marschall und Truchseß. N. führte 586 im Auftrag des babylonischen Königs die gefangenen Juden nebst den Beutestücken aus dem Tempel zu Jerusalem nach [1496] Babylon. In der Bibel (II. Kön. 25, 8. Jerem. 39, 9ff. 40, 1f. 41, 10. 43, 6. 52, 12ff.) wird er regelmäßig als rab-ṭabbāḥim ‚Oberkoch‘ bezeichnet, danach LXX ὁ ἀρχιμάγειρος. Josephos nennt ihn einfach στρατηγός, die Vulgata bald magister militiae oder militum, bald princeps exercitus oder (meistens) militiae, Luther ‚der Hauptmann‘. Vgl. Lewy Mitt. Vorderas-Ägypt. Ges. XXIX H. 2 S. 37ff. Unger Babylon 289.